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Türkei klotzt mit Mega-Pipeline

10 Milliarden Franken für den Bau einer Gas-Pipeline vom Kaspischen Meer nach Italien: Die Türkei unterstreicht ihre energiepolitischen Ambitionen – trotz Widerstand der EU.

Grosse Ambitionen: Der Präsident von Aserbeidschan, Ilham Aliyev, der türkische Präsident, Recep Erdogan, und der georgische Präsident, Giorgi Margvelashvili (v. l. n. r.), feiern gemeinsam den Start des Mega-Projekts. (17. März 2015)
Grosse Ambitionen: Der Präsident von Aserbeidschan, Ilham Aliyev, der türkische Präsident, Recep Erdogan, und der georgische Präsident, Giorgi Margvelashvili (v. l. n. r.), feiern gemeinsam den Start des Mega-Projekts. (17. März 2015)
Keystone

Die Türkei hat ein zehn Milliarden Franken schweres Projekt zum Bau einer Gas-Pipeline quer durchs Land gestartet. Durch die fast 1900 Kilometer lange Röhre soll von Mitte 2018 an Erdgas aus Aserbeidschan bis nach Griechenland gepumpt werden:

Vom Kaspischen Meer nach Italien: Der südliche Gas-Korridor verknüpft die südkaukasische, die anatolische und die adriatische Gas-Pipeline. Bild: Twitter / Daily Sabah (17. März 2015)
Vom Kaspischen Meer nach Italien: Der südliche Gas-Korridor verknüpft die südkaukasische, die anatolische und die adriatische Gas-Pipeline. Bild: Twitter / Daily Sabah (17. März 2015)

Zwei Jahre später soll sie an eine weitere Pipeline angeschlossen werden, die bis nach Italien reicht. Das Gas kommt aus dem Kaspischen Meer, wo unter der Führung des britischen BP-Konzerns eines der grössten Gasfelder weltweit entwickelt wurde.

Russlands Konkurrenz

Die Türkei unterstreicht mit dem Bau der Leitung ihre energiepolitischen Ambitionen: «Wir wollen die Türkei als Zentrum für die Energieversorgung in der Region etablieren», sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Die Pipeline könnte die Abhängigkeit Europas von Erdgas aus Russland verringern. Anfang Dezember hatte Präsident Wladimir Putin überraschend den Bau der umstrittenen Pipeline South Stream abgesagt.

Die EU-Kommission hatte sich gegen das Projekt gestemmt, das Gas an der Ukraine vorbei Richtung Süd- und Mitteleuropa pumpen sollte. Im Gas-Streit mit der Ukraine hatte Russland wiederholt damit gedroht, dass der Staatskonzern Gazprom die Lieferungen an das Nachbarland stoppen könnte. Dies könnte auch die Weiterleitung nach Europa gefährden.

SDA/pst

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