Berlin – Mailand: Die Fluchtroute Amris

Wie gelangte der mutmassliche Attentäter von Berlin nach Italien? Das ist bisher bekannt.

Die Jagd nach dem Terrorverdächtigen Anis Amri ist zu Ende. Dem Tunesier, der am Montag den Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt mit zwölf Toten verübt haben soll, wird eine Routinekontrolle zum Verhängnis. Italienische Polizisten hätten Amri am frühen Freitagmorgen vor dem Mailänder Regionalbahnhof Sesto San Giovanni bei einer Routinekontrolle um seine Ausweispapiere gebeten, meldet die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Amri habe eine Waffe aus dem Rucksack gezogen, gefeuert und einen Polizisten verletzt. Der zweite Beamte habe Amri erschossen.

Wie ist Amri von Berlin nach Mailand gekommen? Das ist bislang zur Fluchtroute bekannt:

  • Montag, 19. Dezember, 20 Uhr: Ein Lastwagen fährt in Berlin in den Weihnachtsmarkt Breitscheidplatz. Am Steuer sitzt mutmasslich Anis Amri.
  • Über welche Route Amri Berlin verlassen hat, ist bislang nicht bekannt. Aufgrund von Zugtickets, die die italienische Polizei in seinem Rucksack gefunden hat, geht sie davon aus, dass Amri zuletzt von Chambéry in Savoyen via Turin nach Mailand gefahren ist.

  • Donnerstag, 22. Dezember: In der französischen Ortschaft Chambéry besteigt Amri einen Zug in Richtung Turin.
  • Donnerstag, 22. Dezember, später Abend: Amri passiert Turin. Er fährt im Zug nach Mailand.
  • Freitag, 23. Dezember, 1 Uhr: Amri kommt mit dem Zug in Mailand an. Vermutlich an einem der grösseren Bahnhöfe.
  • Freitag, 23. Dezember, 3 Uhr: Amri wird im Mailänder Vorort Sesto San Giovanni von einem Polizisten erschossen. Der Vorfall ereignet sich beim Bahnhof von Sesto. Hier endet auch die Linie M1 der Mailänder U-Bahn. Wie Amri nach Sesto gekommen ist, ist unklar. Die U-Bahn schliesst um 0.30 Uhr. Und auch der letzte direkte Bus vom Mailänder Hauptbahnhof nach Sesto fuhr um 0.45 Uhr. Eine Möglichkeit wäre der Nachtbus aus den Zentrum nach Sesto. Dieser fährt jedoch nicht über den Hauptbahnhof.

Obwohl die genaue Fluchtroute von Anis Amri nicht bekannt ist, steht schon fest, dass er mindestens zwei Landesgrenzen überquert hat. Wahrscheinlich die deutsch-französische und die französisch-italienische Grenze. Die möglichen Transitländer zwischen Berlin und Mailand sind alle Teil des Schengen-Raums.

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