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Steuern runter gegen den Brexit-Koller

Wie verhindert London, dass Firmen scharenweise die Insel verlassen? Der Finanzminister schlägt da schon mal Pflöcke ein.

Bleibt doch bitte in der Stadt von Tower Bridge und Investmentbanken! Menschen in London auf dem Weg zur Arbeit.
Bleibt doch bitte in der Stadt von Tower Bridge und Investmentbanken! Menschen in London auf dem Weg zur Arbeit.
AFP

Der britische Schatzkanzler George Osborne plant nach dem Brexit-Votum einem Medienbericht zufolge eine deutliche Senkung der Unternehmenssteuer. Die Körperschaftssteuer soll auf unter 15 Prozent fallen. Heute liegt sie bei 20 Prozent.

Damit wolle Osborne die negativen Folgen für Grossbritannien im Zuge des EU-Austritts begrenzen, berichtet die «Financial Times». Im März hatte Osborne eine Absenkung auf 17 Prozent bis 2020 in Aussicht gestellt. Mit dem Schritt wolle Osborne eine «super wettbewerbsfähige Volkswirtschaft» mit niedrigen Unternehmenssteuern und einer globalen Ausrichtung schaffen.

In anderen OECD-Ländern beträgt die Steuer im Durchschnitt rund 25 Prozent. Eine niedrigere Besteuerung in Grossbritannien dürfte deshalb andere EU-Länder verärgern. Ein Datum für die Massnahme nannte er dem Blatt zufolge zunächst nicht. Zudem wolle Osborne die Beziehungen zu China stärken.

Infografik – Steuerlast für Unternehmen weltweit (Taxation Index von Bak Basel):

Das Nein der Briten zur EU torpediert auch die Fusionspläne der Börsen in Frankfurt und London. Das Management kämpft für den Zusammenschluss. Doch der Druck wird grösser, den rechtlichen Hauptsitz nicht in die britische Hauptstadt zu verlagern.

«Gottgewollt» und genau das Richtige für die Weltwirtschaft - geradezu pathetisch wirbt Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter seit Ende Februar öffentlich für die Fusion des Dax-Konzerns mit der London Stock Exchange (LSE). Doch das Nein der Briten zur Europäischen Union könnte den Frankfurtern auch im dritten Anlauf einen Strich durch die Rechnung machen.

Bildstrecke – Grossbritannien wählt den Brexit:

Brexit-Zeitplan bleibt auch nach Gerichtsurteil unverändert: PremierministerinTheresa May, hier während ein Pressekonferenz in London. (2. November 2016)
Brexit-Zeitplan bleibt auch nach Gerichtsurteil unverändert: PremierministerinTheresa May, hier während ein Pressekonferenz in London. (2. November 2016)
Keystone
Die Kläger argumentierten, dass das Ergebnis des Referendums über den EU-Austritt rechtlich nicht bindend sei: Brexit-Gegner demonstrieren vor dem High Court in London.
Die Kläger argumentierten, dass das Ergebnis des Referendums über den EU-Austritt rechtlich nicht bindend sei: Brexit-Gegner demonstrieren vor dem High Court in London.
AP Photo/Frank Augstein, Keystone
Politische Verkehrsführung: Die Wegweiser zu den Wahllokalen sind nicht zu übersehen. Hier in Westlondon. (23. Juni 2016)
Politische Verkehrsführung: Die Wegweiser zu den Wahllokalen sind nicht zu übersehen. Hier in Westlondon. (23. Juni 2016)
Toby Melville, Reuters
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Der Chor der Kritiker wird nach dem Brexit-Votum lauter. «Es ist schwer vorstellbar, dass der wichtigste Börsenplatz im Euroraum von einem Standort ausserhalb der EU gesteuert wird», sagte der Präsident der Finanzaufsicht Bafin, Felix Hufeld. «Da wird man sicher nachjustieren müssen.»

sda/afp/cpm

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