«Trump hat die Zündschnur für Krieg entflammt»

Vor der UNO hielt sich Trump mit seinen Drohungen nicht zurück. Soll es zum Krieg kommen, wäre damit für Nordkorea die Schuldfrage bereits geklärt.

Trumps Rede habe die Lunte gelegt: Nordkoreas Aussenminister Ri Yong-ho am 25. September 2017 vor dem UN-Plaza-Hotel in New York.

Trumps Rede habe die Lunte gelegt: Nordkoreas Aussenminister Ri Yong-ho am 25. September 2017 vor dem UN-Plaza-Hotel in New York. Bild: Richard Drew/Keystone

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Mit seinen martialischen Drohungen gegen Nordkorea hat US-Präsident Donald Trump nach den Worten des nordkoreanischen Aussenministers «die Zündschnur für Krieg entflammt». Ri Yong-ho sagte der russischen Nachrichtenagentur Tass in einem am Mittwoch geführten Interview, Nordkoreas «oberster Führer» Kim Jong-un habe Washington bereits klar zu verstehen gegeben, dass es «vernünftig handeln» und seine Angriffe gegen Nordkorea einstellen müsse.

Sonst drohe den USA, «vor der gesamten Welt unter der Wucht unserer Schläge erniedrigt» zu werden, fügte der Aussenminister hinzu. Trump habe mit seiner «kriegslüsternen und wahnwitzigen» Rede vor der UN-Vollversammlung die Lunte gelegt.

Trump hatte Nordkorea bei seinem ersten Auftritt vor der UNO Ende September mit der «vollständigen Zerstörung» gedroht, sollte es im Streit um seine Atomwaffen- und Raketentests nicht einlenken.

Wiederholte Drohungen

Vor einer Woche sagte der US-Präsident nach einem Treffen mit ranghohen Militärs im Weissen Haus, diese Sitzung könne die «Ruhe vor dem Sturm» gewesen sein. Washington hatte in der Vergangenheit wiederholt ein militärisches Vorgehen gegen die Demokratische Volksrepublik Korea (DVRK) als Option bezeichnet.

Ri wandte sich auch scharf gegen die neuen Strafmassnahmen, welche der UN-Sicherheitsrat im September gegen Pyongyang verhängte. Die nordkoreanische Regierung habe wiederholt erklärt, dass «jeder Versuch, uns zu erdrosseln und zu ersticken» einer «Kriegshandlung» gleichkomme, sagte er. Pyongyang schliesse als Antwort die «Anwendung äusserster Massnahmen» nicht aus.

(mch/sep/afp)

Erstellt: 12.10.2017, 17:09 Uhr

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