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Die Welt des Charles Dickens ist beängstigend modern

Von hungernden Kindern und Armengräbern ist in Grossbritannien vor den Wahlen auffallend oft die Rede.

Lehrer in britischen Krisenvierteln melden einen immer grösseren Anteil von Schülern, die von Armut und Verwahrlosung betroffen sind. Foto: Liz Hingley (Keystone)
Lehrer in britischen Krisenvierteln melden einen immer grösseren Anteil von Schülern, die von Armut und Verwahrlosung betroffen sind. Foto: Liz Hingley (Keystone)

Es ist keine Welt, in der man leben möchte. Der schwarz verrusste Himmel wölbt sich über den Strassen der Stadt. Mausgrau hängt Wäsche an einer Leine zwischen Riegelhausfassaden und finsteren Steingewölben. Im schwachen Schein der Gaslaternen sind Cholerawarnungen, verdreckte Pflastersteine und Kartoffelsacklager von Obdachlosen auszumachen. Durch den Armenfriedhof, zwischen frisch gezimmerten Särgen, führt der Weg direkt ins Marshalsea Prison, wo die Schuldner der Gegend büssen. Rund ums Gefängnis drängen sich vielköpfige Familien, jede in einem winzigen, engen Verschlag. In der örtlichen Fabrik arbeitet die minderjährige Belegschaft zehn Stunden am Tag und sechs Tage die Woche. Von Ferien, Krankenkasse, Kinderschutz hat man hier noch nichts gehört.

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