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Der starke Mann am Bosporus

Die Türkei ist längst ein Einmannstaat. Premier Ahmet Davutoglu hatte keine Chance.

Recep Tayyip Erdogans Partei ist schon lange keine rein politische Bewegung mehr. Die AKP des türkischen Staatspräsidenten gleicht einer Glaubensgemeinschaft. Im Erdoganismus werden Abweichler und Zweifler hart sanktioniert. Das hat Regierungschef Ahmet Davutoglu jetzt auf demütigende Art zu spüren bekommen, als Erdogan ihn dazu drängte, den Posten als Chef der AKP zu räumen. Unter diesen Umständen konnte Davutoglu auch nicht mehr Premier bleiben.

Ein Machtkampf geht zu Ende, in dem die Rollen von Sieger und Verlierer von Anfang an klar waren. Als Erdogan 2014 vom Regierungschef zum Staatspräsidenten aufstieg, suchte er keinen Nachfolger, sondern einen Vollstrecker seines Willens. Der wenig charismatische, aber eloquente damalige Aussenminister erschien ihm für diese Aufgabe formbar. Ein türkischer Karikaturist malte mal einen fröhlichen Davutoglu, der aber Erdogan als Schatten wirft. Nun wird der Politiker im Licht wechseln, der Schatten bleibt.

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