Russland versöhnlich – USA schweigen

Der russische Aussenminister Sergei Lawrow zeigt sich zu einer engeren Kooperation mit den USA bereit. Diese kommentieren Lawrows Aussagen zunächst nicht.

Der russische Aussenminister Sergei Lawrow sprach im Rahmen des Asean-Gipfels in Manila mit seinem US-Amtskollegen Rex Tillerson. Die USA äusserte sich im Gegensatz zum Russen nicht über das rund einstündige Gespräch. (Foto: Keystone/Noel Celis)

Der russische Aussenminister Sergei Lawrow sprach im Rahmen des Asean-Gipfels in Manila mit seinem US-Amtskollegen Rex Tillerson. Die USA äusserte sich im Gegensatz zum Russen nicht über das rund einstündige Gespräch. (Foto: Keystone/Noel Celis)

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Russland ist nach Aussage von Aussenminister Sergei Lawrow trotz neuerlicher Sanktionen zu einer vertieften Zusammenarbeit mit den USA bereit. Im Hinblick auf Nordkorea, Syrien, Ukraine und andere dringliche Angelegenheiten sei Russland zu einer engeren Kooperation bereit, sagte Lawrow am Sonntag nach seinem ersten Treffen mit US-Aussenminister Rex Tillerson seit Präsident Donald Trump neue Sanktionen gegen Russland unterzeichnet hat.

Russland und die USA hätten vereinbart, einen ausgesetzten diplomatischen Kanal auf höchster Ebene wiederzubeleben, sagte Lawrow. Zudem werde die US-Regierung ihren Botschafter in der Ukraine für Verhandlungen nach Moskau schicken.

Die USA bestätigten Lawrows Aussagen zunächst nicht. Von US-Seite gab es keinen Kommentar zu den Themen des mehr als einstündigen Gesprächs am Rande des Asean-Gipfels in Manila.

«Wir hatten das Gefühl, dass unsere amerikanischen Amtskollegen den Dialog offen halten müssen», sagte Lawrow. «Dazu gibt es keine Alternative.»

Sanktionen und Reaktionen

Tillerson habe ihn nach Details zu der jüngsten Ausweisung amerikanischer Diplomaten und der Schliessung einer US-Erholungseinrichtung am Rande Moskaus gefragt, sagte Lawrow. Er habe Tillerson erklärt, wie Russland seine Reaktion durchführen werde, sagte Lawrow, nannte in der Öffentlichkeit aber keine Details.

Trump und Tillerson waren gegen das Sanktionspaket, das die beiden US-Kongresskammern mit jeweils grossen Mehrheiten gebilligt hatten. Trump unterzeichnete die Strafmassnahmen zwar am vergangenen Mittwoch, attestierte ihnen aber zugleich ernsthafte Mängel.

Mit den Sanktionen sollte Russland für seine mutmassliche Einmischung in die US-Wahl 2016 und sein militärisches Vorgehen in der Ukraine und in Syrien bestraft werden. Putin hatte als Reaktion auf die Ende Juli vom Kongress beschlossenen Strafmassnahmen bekanntgegeben, dass die USA ihr Botschafts- und Konsulatspersonal in Russland um 755 Personen verringern müssten.

Antwort bis September

Die USA werden nach Angaben von Aussenminister Rex Tillerson bis spätestens September auf die Forderung Moskaus nach Verringerung des diplomatischen Personals in US-Botschaften in Russland reagieren. Er habe seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow «mehrere klarstellende Frage» gestellt, sagte Tillerson Reportern, nachdem er Sonntag am Rande des Asean-Gipfels in Manila mit Lawrow zusammengetroffen war. Er habe Lawrow zudem gesagt, die USA hätten noch nicht entschieden, wie sie auf die Forderung reagieren würden. (sda/AP)

Erstellt: 06.08.2017, 21:26 Uhr

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