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Zentralafrikas Präsident und Regierungschef treten zurück

Die Nachbarn drängten sie zum Abgang: Der zentralafrikanische Übergangspräsident Djotodia sowie sein Premier Tiengaye geben ihre Ämter ab. Damit zeigt die Krisenkonferenz im Tschad erste Ergebnisse.

Waren nach einem Putsch an die Macht gelangt: Übergangspräsident Michel Djotodia (links) und Regierungschef Nicolas Tiengaye. (30. März 2013)
Waren nach einem Putsch an die Macht gelangt: Übergangspräsident Michel Djotodia (links) und Regierungschef Nicolas Tiengaye. (30. März 2013)
AFP
Französische Soldaten in der Nähe des Flughafens von Bangui. (9. Dezember 2013)
Französische Soldaten in der Nähe des Flughafens von Bangui. (9. Dezember 2013)
AFP
Aufgrund des Konflikts zwischen Christen und Muslimen droht auch eine humanitäre Katastrophe. Hunderttausende sind auf der Flucht, im ganzen Land gibt es Camps für Menschen ohne Zuhause, wie zum Beispiel in der Nähe einer Kathedrale in Bossangoa, etwa 380 Kilometer nördlich von Bangui.
Aufgrund des Konflikts zwischen Christen und Muslimen droht auch eine humanitäre Katastrophe. Hunderttausende sind auf der Flucht, im ganzen Land gibt es Camps für Menschen ohne Zuhause, wie zum Beispiel in der Nähe einer Kathedrale in Bossangoa, etwa 380 Kilometer nördlich von Bangui.
AFP
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Unter dem Druck der Nachbarstaaten ist die Regierung in der krisengeplagten Zentralafrikanischen Republik zurückgetreten. Der nach einem Putsch von Rebellen vor knapp einem Jahr an die Macht gelangte Übergangspräsident Michel Djotodia sowie dessen Regierungschef Nicolas Tiengaye legten ihre Ämter nieder.

Dies wurde am Freitag in N'Djamena, der Hauptstadt des Nachbarlandes Tschad, mitgeteilt. Djotodia war vorgeworfen worden, den erbittert ausgetragenen Konflikt in seinem Land nicht in den Griff zu bekommen.

Tschads Präsident Idris Déby Itno, dessen Land traditionell über grossen Einfluss in der benachbarten Zentralafrikanischen Republik verfügt, hatte Djotodia ebenso wie das gesamte Parlament nach N'Djamena einbestellt, um einen Ausweg aus der Krise zu suchen.

Bei einem Treffen der Staatschefs der Wirtschaftsgemeinschaft der Zentralafrikanischen Staaten (CEEAC) kritisierte Déby seinen zentralafrikanischen Kollegen am Donnerstag dafür, es nicht geschafft zu haben, die Spirale der Gewalt zu stoppen.

Regierung verantwortlich für Gewalt

«Bis heute zählen wir tausende tote Zivilisten und Soldaten, darunter in den Rängen der MISCA (der Truppe der Afrikanischen Union) und von Sangaris (der französischen Militärmission), mehr als eine Million zentralafrikanische Flüchtlinge und Vertriebene, mehr als 18'000 tschadische Rückkehrer und hunderte Rückkehrer anderer Nationen», sagte Déby. Der Präsident warf der politischen Elite des Nachbarlandes vor, selbst die Gewalt zu verantworten zu haben.

Die CEEAC hatte am Donnerstagabend ein Flugzeug in die zentralafrikanische Hauptstadt Bangui geschickt, um die 135 Mitglieder des Übergangsparlaments einzufliegen. Sie sollten eine Abkommen zur Übergabe der Macht an eine neue Übergangsregierung unter Ausschluss von Djotodia und Tiengaye beschliessen.

Bis in den frühen Morgen wurde in N'Djamena über eine politische Lösung verhandelt, bevor die Gespräche ausgesetzt wurden. Am Vormittag dann gaben die beiden Politiker dem Druck nach und erklärten ihren Rücktritt.

In Bangui hatten zuvor tausende Menschen gegen eine Rückkehr Djotodias aus N'Djamena demonstriert. «Djotodia, tritt zurück», rief die Menge, die nahe dem Flughafen unter den Augen von französischen Soldaten und Mitgliedern der Friedenstruppe der Afrikanischen Union (AU) versammelt war. Trotz der ungelösten politischen Lage war die Situation in Bangui wieder weitgehend normal.

Paris fordert Wahlen

Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich drängte auf die schnelle Einsetzung eines neuen Staatschefs. Ziel müsse es sein, vor Ende des Jahres Wahlen abzuhalten, sagte am Freitag der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian. Der nationale Übergangsrat in Zentralafrika müsse dafür schnell einen neuen Interims-Präsidenten ernennen.

Die Absetzung von Präsident François Bozizé im März 2013 durch das Rebellenbündnis Séléka hatte das multikonfessionelle Land im Herzen Afrikas in eine Spirale der Gewalt zwischen muslimischen und christlichen Milizen gestürzt. Da es den Truppen der Afrikanischen Union nicht gelang, für Ruhe zu sorgen, entsandte die frühere Kolonialmacht Frankreich ein eigenes Truppenkontingent.

(AFP/sda)

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