Zum Hauptinhalt springen

Zahl der Syrien-Flüchtlinge steigt dramatisch

Im vergangenen Monat sind mehr Menschen aus Syrien geflohen als in jedem anderen Monat seit Beginn des Aufstands. Assads Kampfjets warfen auch heute wieder Bomben über Aleppo ab.

Warten in Hatay: Syrische Flüchtlinge an der Grenze zur Türkei. (2. August 2012)
Warten in Hatay: Syrische Flüchtlinge an der Grenze zur Türkei. (2. August 2012)
Keystone

Die zunehmende Gewalt zwischen Rebellen und dem Regime des syrischen Präsidenten Baschar Assad hat im August so viele Menschen wie noch nie seit Beginn des Konflikts in die Flucht getrieben. 100'000 Menschen hätten aus Angst vor der Gewalt das Land verlassen, erklärte das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) in Genf.

Dies seien mehr Flüchtlinge als in jedem anderen Monat seit Beginn des Aufstands. Damit sei die Zahl der syrischen Flüchtlinge auf insgesamt 234'368 gestiegen, sagte UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming vor Journalisten. In Damaskus kam derweil der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) mit dem syrischen Präsidenten zusammen.

Menschenrechtsaktivisten hatten bereits zuvor erklärt, der August sei der blutigsten Monat in dem seit nunmehr über 17 Monate andauernden Syrien-Konflikt gewesen. Die Aktivisten sprachen von etwa 5000 Toten. Diese Zahl beträgt mehr als das Dreifache des Monatsdurchschnitts an Toten. Allein in der vergangenen Woche wurden nach Angaben des Kinderhilfswerks Unicef. 1600 Menschen getötet, so viele wie noch nie seit Beginn des Aufstands.

Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und die Örtlichen Koordinationskomitees gaben die Gesamtzahl der Toten mit 23'000 bis 26'000 an.

Die Hauptlast trägt weiterhin die Türkei

Das UNHCR und der Syrische Rote Halbmond werden derweil ihre Hilfe zur Unterstützung Vertriebener weiter ausbauen. Beide Organisationen forderten die Staatengemeinschaft auf, asylsuchende Syrer aufzunehmen. Derzeit befinden sich mehr als 80'000 syrische Flüchtlinge in der Türkei, gleichzeitig warteten rund 8000 Menschen auf der syrischen Seite auf ihre Einreise, sagte Fleming. Mehr als 77'000 Menschen hat auch das Nachbarland Jordanien aufgenommen, während laut UN mehr als 59'000 im Libanon und fast 18'700 im Irak Unterschlupf gefunden haben.

Ausweiten will auch das Welternährungsprogramm der UN seine Arbeit, wie Sprecherin Elisabeth Byrs in Genf mitteilte. Allein in diesem Monat benötigten 1,5 Millionen Menschen dringend Nahrungsmittel. Betroffen seien vor allem Gebiete, in denen Kämpfen getobt hätten und Menschen zumindest vorübergehend obdachlos geworden seien.

IKRK-Präsident trifft Assad

In der syrischen Hauptstadt Damaskus traf der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Peter Maurer, mit dem syrischen Präsidenten Assad zusammen. Eine Sprecherin des IKRK erklärte, das Treffen habe stattgefunden. Einzelheiten zu dem Gespräch nannte sie nicht. Allerdings zitiert die amtliche Nachrichtenagentur SANA Assad mit der Aussage, das IKRK sei so lange auf syrischem Boden willkommen, so lange es «neutral und unabhängig» bleibe.

IKRK-Präsident Maurer reiste gestern zu einem dreitägigen Besuch nach Syrien. Die Organisation erklärte, Maurer wolle die «sich rasch verschlechternde humanitäre Lage» ansprechen. Ausserdem solle es darum gehen, dass das Rote Kreuz und der Rote Halbmond die betroffenen Zivilisten nur schwer erreichen könnten.

Kampfjets bombardieren Aleppo

Syrische Kampfflugzeuge haben heute erneut Ziele in der nordsyrischen Metropole Aleppo und in ihrer Umgebung bombardiert. Dies berichteten Aktivisten aus der Region. Aleppo wird seit anderthalb Monaten von den Truppen des Regimes von Baschar al-Assad und den Aufständischen heftig umkämpft. Ein syrischer Armeekommandant sagte im Staatsfernsehen, die syrischen Streitkräfte würden die Rebellen im Norden des Landes bald niederringen.

SDA/bru

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch