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Wie der Eyjafjallajökull Afrika trifft

Die Aschewolke aus Island trifft auch weit entfernte Länder hart: Kenias Exportindustrie ist gar in die grösste Krise ihrer Geschichte geschlittert.

Blumentürme: Ein Angestellter der Van de Berg Flowers Kenya Ltd. in einem Lagerhaus für Blumen, die auf ihren Export warten.
Blumentürme: Ein Angestellter der Van de Berg Flowers Kenya Ltd. in einem Lagerhaus für Blumen, die auf ihren Export warten.
Keystone

Kenias Blumenindustrie kann erstmals seit fünf Tagen wieder exportieren. Martin Air, Cargolux und Air France haben rund 300 Tonnen nach Südspanien ausfliegen lassen, wo der Luftraum nicht gesperrt ist. Normalerweise werden die Blumen über Holland nach ganz Europa exportiert. «Spanien hat nicht die gleichen Kapazitäten wie Holland. Wir müssen nun abwarten», sagt Jane Ngige, Direktorin des Blumenverbandes Kenia gegenüber der «Daily Nation».

Das Flugverbot hat die Industrie in die grösste Krise ihrer Geschichte hineinschlittern lassen. «Wir haben mit Dürre, dem 11. September, El Niño und der Gewalt nach den Wahlen gekämpft. Aber die Aschewolke übersteigt alles. Das ist ein Albtraum», sagt Stephen Mbithi, Chef der Frischwarenexporteure Kenias gegenüber der «New York Times».

Europa als wichtigster Markt

Laut «Business Week» liegen in Kenia noch Gemüse und Schnittblumen im Wert von 12 Millionen Dollar in den Tiefkühllagern. 3000 Tonnen an Rosen, Lilien und Nelken mussten bereits entsorgt werden. 5000 Arbeiter musste der Landwirtschaftssektor zeitweise entlassen.

Das Land exportiert täglich 1000 Tonnen Gemüse und Blumen im Wert von 3 Millionen US-Dollar. 82 Prozent der Frischware geht nach Europa. Ein Drittel der Frischware wird in Grossbritannien abgesetzt, wo das Flugverbot für die wichtigen Londoner Flughäfen noch immer nicht aufgehoben wurde.

Allein die Blumenindustrie macht 20 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes aus und kein anderer Sektor ist abhängiger von Europa. 97 Prozent der kenianischen Schnittblumen werden in die EU verkauft.

Nicht nur Kenia betroffen

Kenia ist nicht das einzige Land, das von der europäischen Luftraumsperrung betroffen ist. Sambia verliert durch die Ausfälle täglich 150'000 US-Dollar. 120 bis 150 Tonnen an Gemüse und Schnittblumen werden normalerweise pro Woche nach Europa verfrachtet. Auch Ugandas Fischindustrie leidet. Wie die Ausfälle beglichen werden sollen, weiss niemand.

In der kenianischen Hauptstadt profitieren momentan einzig die Hotels. Nairobi ist ein Drehkreuz für europäische Destinationen. Zahlreiche Geschäftsleute und Touristen sind gestrandet. Laut dem kenianischen Tourismusverband sind die Vier- und Fünf-Sterne-Hotels zu 80 bis 90 Prozent ausgebucht.

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