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Wer sind die freigelassenen Palästinenser?

Unter den freigelassenen Palästinensern befinden sich Drahtzieher von blutigen Attentaten, die international für Schlagzeilen sorgten. So wie dasjenige auf eine Disco in Tel Aviv.

Nach dem Gefangenenaustausch zwischen Israel und der Hamas sind 43 freigelassene Palästinenser in Drittstaaten ausgeflogen worden. Da Israel sie als zu gefährlich ansieht, werden sie ins Exil geschickt: Sie wurden gestern Nacht nach Ankara (Türkei), Amman (Jordanien), Damaskus (Syrien) und Doha (Katar) gebracht.

Einer Liste zufolge, welche die israelische Gefängnisbehörde veröffentlichte, sind einige der freigelassenen Palästinenser zentrale Figuren des palästinensischen Widerstands. «CNN» nennt beispielsweise Nasser Yataima, der zu 29-mal lebenslanger Haft verurteilt wurde, weil er zu den Drahtziehern des Selbstmordattentats auf das Park Hotel in Netanja 2002 gehört hatte. 30 Menschen kamen dabei ums Leben.

Zu den kontroversesten Persönlichkeiten unter den Freigelassenen gehört auch Husam Badran. Er soll 2001 das Attentat auf einen Nachtclub in Tel Aviv geplant haben, bei dem 21 Jugendliche umkamen, in den Anschlag in Netanja involviert sein und zu den Drahtziehern eines Bombenattentats auf ein Restaurant in Haifa gehören, bei dem 14 Zivilisten ihr Leben verloren.

Auch Frauen unter den Freigelassenen

27 der Freigelassenen sind Frauen, unter ihnen Amna Muna, geboren 1976, die 2001 über Internet einen israelischen Jugendlichen nach Ramallah im Westjordanland gelockt hatte, wo dieser von ihren Komplizen ermordet wurde. Amna Muna hätte in den Gazastreifen zurückgebracht werden sollen. Sie weigerte sich aber mit der Begründung, dass sie dann ihre Familie, die in Ost-Jerusalem lebt, nicht wiedersehen könne. Sie flog zusammen mit 15 männlichen Ex-Häftlingen nach Syrien.

«Al-Jazeera» nennt auch Ahlam Tamimi, die 2001 einen Selbstmordattentäter zu einem Restaurant in Jerusalem fuhr, in dem 15 Menschen starben.

In Israel wird die Freilassung der Gefangenen mit gemischten Gefühlen verfolgt. Es wird befürchtet, dass mit der Anzahl freigelassener Drahtzieher auch die Frequenz der Selbstmordattentate steigen könnte. Auch die USA zeigten sich bereits besorgt. Die Haltung der USA sei der israelischen Regierung übermittelt worden, sagte der Sprecher des US-Aussenministeriums, Mark Toner. Details wollte er nicht nennen. Die US-Regierung habe Bedenken geäussert.

Warnung Netanyahus

Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu warnte die Freigelassenen vor erneuten Anschlägen: «Wir werden den Terror weiter bekämpfen, und jeder freigelassene Terrorist, der zum Terror zurückkehrt, wird dafür zur Rechenschaft gezogen.»

AFP/sda/kle

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