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Weitere Vergeltungsschläge Israels

Israelische Kampfflugzeuge haben Ziele im palästinensischen Gazastreifen angegriffen. Dabei zerstörten sie ein Waffendepot und zwei Raketenabschussvorrichtungen.

Mehrere Ziele im Gazastreifen angegriffen: Kampfjet F-15 der israelischen Luftwaffe. (Archivbild)
Mehrere Ziele im Gazastreifen angegriffen: Kampfjet F-15 der israelischen Luftwaffe. (Archivbild)
Reuters

Israelische Kampfflugzeuge haben in der Nacht auf heute erneut Ziele im palästinensischen Gazastreifen angegriffen. Es seien ein Waffendepot und zwei Raketenabschussvorrichtungen getroffen worden, erklärte das Militär. Es seien Volltreffer gewesen. Berichte über Opfer lagen zunächst nicht vor. Israel hat wegen der Raketenangriffe palästinensischer Extremisten auf israelisches Gebiet massive Vergeltung angekündigt.

Am Montag feuerten palästinensische Extremisten nach israelischen Angaben zwölf Raketen ab. Seit Samstag seien es 119 gewesen. Am späten Montagabend signalisierten die militanten Gruppen, sie seien zu einer Feuerpause bereit. Aus Israel gab es zunächst keine Reaktion darauf. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu wollte im Laufe des Dienstag mit einigen Ministern über das weitere Vorgehen beraten.

Ziele in Syrien unter Beschuss

Im Nahen Osten wächst die Angst, dass Nachbarländer Syriens in den Bürgerkrieg hineingezogen werden könnten: Israel nahm den zweiten Tag in Folge Ziele in Syrien unter Beschuss und hat dabei nach Angaben der Militärführung «direkte Treffer» auf ein syrisches Militärfahrzeug gelandet.

Ministerpräsident Benjamin Netanyahu kündigte in einer Rede vor Botschaftern in Jerusalem wenig später am Montag an, bisher als Querschläger hingenommene Granateneinschläge auf israelischem Boden nicht länger mehr zu dulden.

«Wir beobachten genau, was passiert und werden entsprechend antworten. Wir werden keine Grenzverletzungen dulden und nicht zulassen, dass auf unsere Bürger geschossen wird», sagte er. Ebenfalls am Montag wurden direkt an der Grenze zur Türkei bei einem syrischen Luftangriff auf Rebellen nach türkischen Angaben bis zu 20 Menschen getötet.

Auswirkungen auf ganze Region

Mit dem jüngsten Zwischenfall nahmen die Befürchtungen erheblich zu, die Nachbarländer Syriens könnten in den syrischen Bürgerkrieg hineingezogen werden. Israel hat bislang versucht, das zu vermeiden. Eine direkte israelische Beteiligung an dem Konflikt könnte Auswirkungen auf die gesamte Region haben: Die Hizbollah im Südlibanon und militante Hamas-Gruppen im Gazastreifen könnten wieder auf Konfrontationskurs gehen. Im Gazastreifen haben in den letzten Tagen bereits die Kampfhandlungen wieder zugenommen.

Israel hatte am Sonntag erstmals auf den Einschlag von Mörsergranaten auf den nach dem Sechstagekrieg 1967 annektierten Golanhöhen reagiert und einen Warnschuss in Richtung Syrien abgegeben. Vertreter der Streitkräfte gingen bislang stets davon aus, dass es sich um verirrte Geschosse aus Kämpfen zwischen syrischen Regierungstruppen und Aufständischen in Grenznähe handelte. Am Montag erklärte ein hoher Regierungsbeamter jedoch, Israel zweifle allmählich an dieser Einschätzung: «Wir dachten, das sind Irrläufer, aber heute sind wir uns nicht sicher.»

Neue syrische Oppositionsgruppe anerkannt

Als erste internationale Organisation erkannte der Golfkooperationsrat (GCC) den neuen Dachverband der Oppositionsgruppen als legitime Vertretung des syrischen Volkes an. Nach tagelangen Verhandlungen hatten sich verschiedene Gruppen von Regimegegnern am Sonntag zur Syrischen Nationalkoalition für Opposition und Revolutionäre Kräfte zusammengeschlossen. Die Golfstaaten hofften, die Opposition habe damit «einen Schritt in Richtung eines schnellen politischen Machttransfers» unternommen, sagte GCC-Generalsekretär Abdullatif al Sajani am Montag.

China rief unterdessen erneut alle Parteien in Syrien zu Verhandlungen auf. Aussenministeriumssprecher Hong Lei wich jedoch Fragen danach aus, ob Peking die neue Führung der syrischen Regimegegner anerkenne. Am Wochenende hatte sich die Opposition nach mehrtägigen Verhandlungen in Katar neu aufgestellt und den Geistlichen Maath al Chatib aus Damaskus zum Präsidenten ihrer Organisation bestimmt, die sich Syrische Nationalkoalition für Opposition und Revolutionäre Kräfte nennt.

Auf dem Londoner Flughafen Heathrow wurde unterdessen am Montag ein Mann wegen Terrorverdachts festgenommen. Der 24-Jährige sei möglicherweise in die Planung von Terrorakten in Syrien verwickelt, teilte die britische Polizei mit. Er sei in Gewahrsam genommen und verhört worden, nachdem er am Montagmorgen mit einer Maschine aus Bahrain in Heathrow gelandet war. Im Rahmen der gleichen Ermittlung war im Oktober ein Mann festgenommen worden, der die Entführung von zwei ausländischen Journalisten in Syrien geplant haben soll.

SDA/chk

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