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Was von Mosul übrig ist

Die einst schönste irakische Stadt liegt nach 1000 Tagen IS-Herrschaft in Trümmern. Wird sie je wieder ein Zuhause für die Bewohner sein?

Überall können Scharfschützen lauern: Irakische Polizisten patrouillieren in Mosul. (23. März 2017)

Überall können Scharfschützen lauern: Irakische Polizisten patrouillieren in Mosul. (23. März 2017)

(Bild: Reuters Youssef Boudlal)

Paul-Anton Krüger@pkr77

Frühling in Mosul. In dem kleinen Garten spriessen Klee, Gras und ein paar weisse Blumen. Am Himmel ballen sich dunkle Regenwolken. Ein Kampfheli­kopter donnert über die Köpfe der Menschen hinweg, schiesst vier Raketen ab, Rauchspuren ziehen in Richtung Front, inzwischen knapp zwei Kilometer von hier entfernt. Die Männer in den Trainingsanzügen lassen sich davon nicht stören. Sie stehen in dem kleinen Garten, dem einzigen grünen Fleck weit und breit, und schaufeln eine Grube, einen Meter lang, einen halben Meter breit und so tief, dass sie jetzt bis zur Hüfte darin stehen. Gleich ist das Grab fertig, für Nour, ein Mädchen, das keine zwei Jahre alt geworden ist. Auf der Strasse steht der verrostete Handkarren, darauf das Bündel mit dem Leichnam, eingewickelt in ein blaues Tuch.

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