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Warlord rüstet sich für Bürgerkrieg gegen die Taliban

Ismail Khan hat gegen die Sowjets gekämpft, später versuchte er, die Taliban aufzuhalten. Der Minister prägte die Geschichte Afghanistans – und positioniert sich nun für die Zeit nach dem Abzug der Isaf-Truppen.

Soll sich auf den Abzug der Isaf-Truppen vorbereiten: Ismail Khan. (Archivbild)
Soll sich auf den Abzug der Isaf-Truppen vorbereiten: Ismail Khan. (Archivbild)
Keystone
Er hat sich im Kampf gegen die Sowjets und die Taliban verdient gemacht: Bild von Khan aus den 80er-Jahren. (Archivbild)
Er hat sich im Kampf gegen die Sowjets und die Taliban verdient gemacht: Bild von Khan aus den 80er-Jahren. (Archivbild)
Keystone
...obwohl er von den USA stets hofiert wurde: Khan an einem Treffen mit US-General Daniel K. McNeill. (Archivbild)
...obwohl er von den USA stets hofiert wurde: Khan an einem Treffen mit US-General Daniel K. McNeill. (Archivbild)
AFP
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Ismail Khan, der mächtigste Mujahed Afghanistans, rief seine Anhänger laut einem Bericht der «New York Times» dazu auf, sich für den bevorstehenden Kampf mit den Taliban zu rüsten. Er rechnet fest damit, dass es nach dem Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan im Jahr 2014 zu einem Bürgerkrieg kommen wird – und gibt der afghanischen Armee nur wenig Chancen, gegen die Taliban zu bestehen.

Khan versammelte Tausende seiner Anhänger ausserhalb der Stadt Herat im Westen des umkämpften Landes. Er beschwor, sie sollten ihre alten Netzwerke reaktivieren, ihre Waffen aus ihren Verstecken holen und sich auf die Entscheidungsschlacht gegen die Taliban vorbereiten. Und er begann damit, neue Rekruten anzuwerben – ein untrügliches Zeichen für den Vertrauensverlust des ehemaligen Kriegsfürsten in die afghanischen Streitkräfte.

Kriegsfürst und Minister

Khan war einer der wichtigsten Figuren im Kampf der Mujahedin gegen die Sowjetunion. In den 1990er-Jahren wurden er und seine Anhänger aber von den Taliban aus der westlichen Provinz Herat vertrieben. Erst die von den USA angeführte Invasion brachte ihn zurück zu den Zirkeln der Macht: Als Zeichen der nationalen Versöhnung wurde er als Minister in die neu gebildete Regierung unter Hamid Karzai integriert, konnte seinen Einfluss auf den Westen Afghanistans jedoch aufrechterhalten.

Dementsprechend alarmiert war der afghanische Präsident nun über die Aussagen seines Ministers für Energie und Wasser. Die Machenschaften Khans entsprächen keinesfalls den Plänen der afghanischen Regierung. «Die Regierung von Afghanistan und die afghanische Bevölkerung wünschen sich keine bewaffneten Gruppen ausserhalb der regulären Streitkräfte», sagte sein Sprecher. Die Regierung fürchtet offenbar, Khans Aussagen könnten eine Aufrüstungswelle unter den Mujahedin auslösen – obwohl Khan vorgibt, die Interessen des Landes schützen zu wollen.

Warlords positionieren sich

Dabei spielt laut Informationen der «New York Times» die Befürchtung eine Rolle, dass Warlords wie Ismail Khan auf den Abzug der internationalen Truppen warten, um wieder zu altem Einfluss und Reichtum gelangen zu können – und deshalb ihre Machtbasis frühzeitig konsolidieren. Dass sich ihre Bemühungen auch gegen die Taliban richten, entspreche diesem Ziel.

Auch die Bevölkerung scheint der mühsam aufgebauten afghanischen Armee und der Polizei nicht zuzutrauen, den Kampf gegen die Taliban langfristig bestehen zu können. So sei der Preis einer Kalaschnikow auf dem Schwarzmarkt Kabuls in den letzten Monaten auf über 1000 Dollar gestiegen. Vor noch nicht allzu langer Zeit habe eine AK-47 nur 300 Dollar gekostet – ein sicheres Zeichen dafür, dass sich die Afghanen bewaffnen und sich auf stürmische Zeiten vorbereiten würden.

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