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Verlustreiche Schlacht um Sirte

Von Westen, Osten und Süden her marschierten die Truppen des libyschen Übergangsrats aufs Zentrum von Sirte. Die Grossoffensive forderte auf ihrer Seite offenbar zwölf Tote und 200 Verletzte.

Die letzten Stellungen sind gefallen: Soldaten des Übergangsrats in Sirte. (19. Oktober 2011)
Die letzten Stellungen sind gefallen: Soldaten des Übergangsrats in Sirte. (19. Oktober 2011)
Keystone
Aus vollen Rohren: Ein Ghadhafi-Gegner feuert in Sirte ein Maschinengewehr ab. (18. Oktober 2011)
Aus vollen Rohren: Ein Ghadhafi-Gegner feuert in Sirte ein Maschinengewehr ab. (18. Oktober 2011)
Reuters
«Die Strategie in Bani Walid heisst abwarten», sagt ein Sprecher des Übergangsrat: Die Kämpfer hinter der Frontlinie füllen ihre Zeit mit Spässen. (10. September 2011)
«Die Strategie in Bani Walid heisst abwarten», sagt ein Sprecher des Übergangsrat: Die Kämpfer hinter der Frontlinie füllen ihre Zeit mit Spässen. (10. September 2011)
AP/Keystone
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Bei einer Grossoffensive gegen Truppen des ehemaligen libyschen Machthabers Muammar al al-Ghadhafi in der Stadt Sirte sind am Freitag mindestens zwölf Kämpfer der Revolutionsstreitkräfte umgekommen. Nach Angaben von Ärzten wurden bei dem Vorstoss zudem fast 200 Soldaten der neuen libyschen Führung verletzt. Eines der Hauptziele war ein Konferenzzentrum, das zum Hauptquartier der Truppen des alten Regimes umfunktioniert worden war.

Der Angriff auf Sirte wurde bereits in den frühen Morgenstunden begonnen und erfolgte vom Westen, Osten und Süden her. Nach Angaben des Kommandeurs Altaib Aleroebi konnten die Revolutionsstreitkräfte bis auf zwei Kilometer an den Stadtkern heranrücken, stiessen aber auf erbitterten Widerstand. Nach Schätzungen des Kommandeurs hielten sich etwa 800 Gaddafi-Kämpfer in Stadt auf.

Der Kommandeur bezeichnete den Angriff als die entscheidende Offensive, nachdem die Stadt bereits mehrere Wochen lang belagert wurde. Beide Seiten setzten Raketen, Mörser und Panzer ein. Scharfschützen der Gaddafi-Truppen nahmen die anrückenden Kämpfer im Häuserkampf unter Beschuss.

Kommandeur angeschossen

Die Verwundeten wurden in ein Lazarett ausserhalb des Stadtzentrums gebracht, das notdürftig in einer Villa untergebracht wurde. Unter den Verletzten sei auch der Kommandeur Ali Saeh, dem Scharfschützen zwei Schussverletzungen zugefügt hätten, teilten die Ärzte mit.

Über der Stadt stiegen Rauchschwaden auf und es waren Explosionen zu hören. An Kontrollposten der Rebellen vor der Stadt bildeten sich lange Schlangen von Autos mit Menschen, die vor den Gefechten in der Stadt flohen. Kämpfer durchsuchten Wagen und das Gepäck der Flüchtlinge. In der Stadt fehlt es Berichten zufolge weiter an Nahrungsmitteln.

Sirte ist die Heimatstadt des langjährigen Machthabers al-Ghadhafi und die letzte strategisch wichtige Stadt unter Kontrolle des alten Regimes. Die neue libysche Führung hat angekündigt, dass nach dem Fall von Sirte ein Zeitplan für Wahlen aufgestellt werden könne. Die Gaddafi-Kräfte kontrollieren weiterhin auch die strategisch weniger wichtige Stadt Bani Walid im Landesinneren und die Stadt Sabha im Süden.

dapd/rub

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