US-Luftwaffe attackiert erstmals IS-Stellungen in Homs

Die USA und ihre Verbündeten setzen die Luftangriffe gegen die Terrororganisation IS in Syrien fort. In der Nacht kam es zu einer folgenschweren Verwechslung.

  • loading indicator

Die US-Luftwaffe hat in der Nacht erneut Stellungen der Jihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) in Syrien angegriffen. Nach Angaben von Aktivisten bombardierten die USA und ihre Verbündeten heute erstmals Ziele in der Provinz Homs.

Washington nennt keine Details zu den Zielen der Angriffe oder den daran beteiligten Staaten. Es hiess einzig, die Kampfjets seien nahezu ununterbrochen im Einsatz.

Explosionen in Aleppo und Raka

Nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London weitete die US-geführte Militärallianz ihren Kampf gegen den IS auf die zentrale Provinz Homs aus. «Die US-arabische Koalition hat erstmals Stellungen des IS in der östlichen Wüste der Homs-Provinz attackiert», sagte der Chef der Nichtregierungsorganisation, Rami Abdel Rahman.

Auch Ziele in der Provinz Aleppo sowie die Stadt Raka, in der die Extremisten ihr Hauptquartier haben, seien angegriffen worden. Auch rund um die Stadt Tabka, wo IS-Kämpfer einen Luftwaffenstützpunkt besetzt halten, waren Explosionen zu hören.

London kämpft mit

Die USA hatten am Dienstag damit begonnen, IS-Stellungen in Syrien zu bombardieren, und nahmen ab Donnerstag auch vom IS kontrollierte Ölraffinerien ins Visier. Experten zufolge erzielen die Jihadisten jeden Tag Einnahmen in Millionenhöhe aus dem Verkauf von Öl. Die USA werden bei ihrem Vorgehen gegen den IS in Syrien militärisch von mehreren arabischen Staaten unterstützt.

Im Irak fliegen die USA und andere Staaten, unter ihnen Frankreich, bereits seit Anfang August Luftangriffe. Am Freitag schloss sich auch Grossbritannien dem Militärbündnis an. Das Parlament in London stimmte mit grosser Mehrheit für eine Beteiligung der Royal Air Force an dem Einsatz im Irak. Auch Dänemark, Belgien und die Niederlande kündigten militärische Unterstützung an.

Bereits am Samstag waren die britischen Flieger im Einsatz: Aus Zypern gestartete Kampfjets befänden sich im Luftraum über dem Irak, teilte das Verteidigungsministerium in London mit. Die Maschinen vom Typ Tornado seien bereit, Stellungen der Extremisten anzugreifen, sobald geeignete Ziele identifiziert würden.

Versehentlicher Luftangriff auf Verbündete

Die irakische Luftwaffe verwechselte bei Bombenangriffen versehentlich Stellungen des Islamischen Staates (IS) mit Stützpunkten einer verbündeten Schiitenmiliz. In der Nacht seien acht Kämpfer der vom Schiitenprediger Muktada al-Sadr gegründeten «Friedensbrigade» getötet worden, teilte ein Sicherheitsbeamter der Nachrichtenagentur dpa mit. 17 weitere Kämpfer seien verletzt worden.

Bei einem Gefecht irakischer Bodentruppen mit der IS-Miliz in der Ortschaft Dudschail sind nach Militärangaben am Samstagmorgen zwei Soldaten getötet worden. Acht weitere seien verletzt worden. Dudschail liegt rund 60 Kilometer vor Bagdad.

chk/bru/sda/AP

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt