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USA vereiteln Al-Qaida-Anschlag auf Passagierjet

Ein jemenitischer Selbstmordattentäter hätte ein Passagierflugzeug auf dem Weg in die USA in die Luft sprengen sollen. Der Anschlagsplan wurde aber in einer frühen Phase entdeckt.

Anschlag mit weiterentwickelter Unterhosenbombe verhindert: Die USA stellen einen Sprengsatz sicher. (Video: Reuters)

Mit der Sicherstellung einer Bombe hat der US-Geheimdienst CIA ein mögliches Attentat des Terrornetzwerks Al-Qaida auf ein Passagierflugzeug vereitelt. Die Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel habe mit dem Anschlag eine Maschine auf dem Weg in die USA zerstört wollen, hiess es.

Die CIA sei eingeschritten, bevor der mutmassliche Selbstmordattentäter ein Ziel ausgewählt und ein Ticket gekauft habe, sagten Gewährsleute. Die Sicherheitsdienste machten keine Angaben dazu, wo die Bombe sichergestellt wurde oder was mit dem Mann aus dem Jemen geschehen ist.

Metalldetektoren hätten wohl nicht angeschlagen

Der Sprengsatz ist den Angaben zufolge eine Weiterentwicklung jener in einer Unterhose versteckten Bombe, wie sie im Dezember 2009 in einem Flugzeug über Detroit zum Einsatz gekommen war, aber nicht explodierte. Da der neue Sprengsatz keine Metallteile enthalten haben soll, hätten Metalldetektoren an Flughäfen wohl nicht angeschlagen.

Ob die an vielen US-Flughäfen eingesetzten Körperscanner ihn hätten ausfindig machen können, blieb zunächst unklar. Wie bei dem Anschlag zu Weihnachten 2009 sollte auch die neue Bombe den Angaben zufolge in der Unterwäsche des Attentäters versteckt werden. Im Gegensatz zu dem nicht explodierten Sprengsatz verfügte sie demnach aber über einen verbesserten Zündmechanismus.

Al-Qaida auch nach bin Ladens Tod eine Gefahr

Die Aufdeckung der Anschlagspläne zeige, dass die Al-Qaida auch ein Jahr nach dem Tod ihres Gründers Osama bin Laden eine Gefahr für die USA darstelle, sagte der Anti-Terror-Berater von US-Präsident Barack Obama, John Brennan, heute. Die Vereitelung des Anschlags sei durch die «sehr enge Kooperation mit unseren internationalen Partnern» möglich geworden.

«Wir untersuchen weiter, wer an der Konstruktion der Bombe sowie an den Planungen für den Anschlag beteiligt gewesen sein könnte», erklärte Brennan. «Und wir sind zuversichtlich, dass dieses Gerät und jede Person, die es einsetzen wollte, keine Gefahr mehr für Amerika darstellen.»

Auf die Frage, ob die Bombe unbemerkt an den Sicherheitskontrollen vorbei an Bord eines Flugzeugs hätte gebracht werden können, sagte Brennan: «Angesichts ihrer Konstruktion war sie eine Bedrohung.» Es gebe keine Geheimdienstinformationen darüber, dass sie bei einem Anschlag im Zusammenhang mit dem ersten Todestag bin Ladens am 2. Mai hätte eingesetzt werden sollen.

Internationale Hilfe bei Aufdeckung der Pläne

«Eine Reihe von Ländern» habe mit Informationen und Unterstützung zur Verhinderung des Anschlags beigetragen, sagte Peter King, Vorsitzender des Heimatschutzausschusses des Repräsentantenhauses. Über den mutmasslichen Attentäter habe er keine Informationen.

Senatorin Dianne Feinstein aus dem Geheimdienstausschuss sagte, sie sei über einen «nicht auffindbaren» Sprengsatz informiert worden, der an Bord einer Maschine mit Ziel USA gebracht werden sollte.

«Immer schrecklichere Methoden zur Ermordung»

Präsident Obama habe im April von dem Anschlagsplan erfahren, sagte eine Sprecherin des Weissen Hauses. Ihm sei versichert worden, dass der Sprengsatz keine Gefahr darstelle. Am 1. Mai hatte das US-Heimatschutzministerium noch mitgeteilt: «Wir haben keine Hinweise auf konkrete und glaubwürdige Drohungen oder Verschwörungen gegen die USA im Zusammenhang mit dem ersten Todestag von bin Laden.»

US-Aussenministerin Hillary Clinton sagte heute in Neu-Delhi: «Die Bombe scheint keine direkte Bedrohung für den öffentlichen Luftverkehr gewesen zu sein, aber die Anschlagspläne an sich deuten darauf hin, dass diese Terroristen immer schrecklichere Methoden zur Ermordung unschuldiger Menschen suchen».

Bombe wird vom FBI untersucht

Das FBI und das Heimatschutzministerium bestätigten heute die Existenz der Bombe. «Der Sprengsatz hat nie eine Bedrohung für die öffentliche Sicherheit dargestellt», teilte das FBI in einer Stellungnahme mit. Aufgrund der Raffinesse des Bombendesigns vermuteten Anti-Terror-Experten den Saudiaraber Ibrahim Hassan al Asiri hinter der Konstruktion. Al Asiri hatte die erste in einer Unterhose versteckte Bombe sowie zwei weitere Sprengsätze, die in Paketen in die USA geschickt werden sollten, entwickelt.

Auch ein Jahr nach dem Tod ihres Gründers plant Al-Qaida offenbar weiter Anschläge gegen den Westen. Durch den zunehmenden militärischen Druck in Pakistan haben sich allerdings die Rückzugsräume der Terroristen verschoben.

Jemen steht im Fokus

Im Fokus der Sicherheitsbehörden steht nun vor allem Jemen. Dort machte der arabische Arm des Terrornetzwerks im vergangenen Jahr Boden gut. Im Süden des Landes brachten die Extremisten im Zuge der politischen Unruhen ganze Landstriche unter ihre Kontrolle.

Die westlichen Geheimdienste, allen voran die CIA, reagieren auf die veränderte Lage. Am Sonntag wurde im Südjemen ein ranghohes Al-Qaida-Mitglied bei einem US-Drohnenangriff getötet. Fahd al Kuso galt als Drahtzieher des versuchten Anschlags auf das Flugzeug an Weihnachten 2009 sowie als Kopf hinter dem Anschlag auf das US-Kriegsschiff «Cole» im jemenitischen Hafen von Aden im Jahr 2000.

AFP/dapd/rbi/rub

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