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USA dementieren Abschuss eines Kampfjets durch den IS

Gemäss diversen Berichten hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) einen jordanischen Kampfjet abgeschossen. Die USA widersprechen. Sicher ist jedoch, dass der Pilot gefangen genommen wurde.

Das Pentagon bestätigt den Vorfall bisher nicht: Der IS veröffentlichte dieses Bild, das den Piloten in ihrer Gewalt zeigen soll.
Das Pentagon bestätigt den Vorfall bisher nicht: Der IS veröffentlichte dieses Bild, das den Piloten in ihrer Gewalt zeigen soll.
AFP

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat nach übereinstimmenden Angaben aus jordanischen Militärkreisen und von Aktivisten im Norden Syriens ein Kampfflugzeug der internationalen Anti-IS-Koalition abgeschossen.

Die amtliche jordanische Nachrichtenagentur Petra berichtete unter Berufung auf eine Quelle in der Militärführung, dass eine jordanische Maschine bei der ostsyrischen Stadt Al-Rakka abgeschossen und ein Pilot vom IS als Geisel genommen worden sei.

USA dementieren Abschuss

Es gebe «klare Beweise», die zeigten, dass der IS entgegen seinen eigenen Behauptungen das Flugzeug nicht getroffen habe, erklärte das für die US-Einsätze im Nahen Osten zuständige Militärkommando Centcom. In der Mitteilung wurden keine Angaben zu der möglichen Absturzursache des Jets gemacht. Zugleich verurteilte Centcom-Kommandeur Lloyd Austin die Gefangennahme des jordanischen Piloten durch den IS.

Ein US-Behördenvertreter hatte zuvor in Washington der Nachrichtenagentur AFP gegenüber erklärt, derzeit liefen die Untersuchungen zur Absturzursache. «Es ist nicht klar, ob das Flugzeug ein mechanisches Problem hatte oder von feindlichem Feuer getroffen wurde», sagte er.

Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete nach «bestätigten Berichten» den Abschuss eines Kampfflugzeugs der internationalen Anti-IS-Koalition bei Al-Rakka; IS-Kämpfer hielten einen arabischen Piloten gefangen. Al-Rakka ist die Stadt, die vom IS in Syrien zu seiner Hauptstadt erklärt wurde.

In Gewässer gestürzt

Der IS erklärte, das Kampfflugzeug mit einer Abwehrrakete mit Hitzesuchsensoren abgeschossen zu haben. Die Miliz in Al-Rakka veröffentlichte auf jihadistischen Websites Fotos, die einen jordanischen Piloten zeigen sollen. Mehrere der Aufnahmen zeigen den Piloten nur in einem weissen T-Shirt statt Uniform, wie vier Männer ihn aus einem Gewässer holen.

Auf anderen Bildern ist der Mann an Land zu sehen, umstellt von rund einem Dutzend Bewaffneten. Ein Foto wiederum zeigt den angeblichen Armeeausweis der Geisel: Demnach handelt es sich um einen 1988 geborenen jungen Mann.

Vater bittet um Gnade

Der Vater der Geisel sagte der jordanischen Nachrichtenwebsite Saraja, er sei von der Luftwaffe über die Gefangennahme seines Sohnes informiert worden. Die Luftwaffenführung habe ihn angerufen und ihm mitgeteilt, dass daran gearbeitet werde, das Leben seines Sohnes «zu retten». König Abdullah II. verfolge die Angelegenheit und «will das Leben Ihres Sohnes retten», zitierte der Vater demnach aus dem Telefonat. Der Vater bat den IS «Gnade» walten zu lassen und seinen Sohn «freizulassen».

Die US-Regierung hatte im September mit Unterstützung verbündeter arabischer Staaten Luftangriffe auf Stellungen und Fahrzeuge der IS-Miliz im Norden und Osten Syriens begonnen, um einen weiteren Vormarsch der Jihadisten zu verhindern. Auch im Irak fliegen die USA sowie verbündete westliche Staaten seit dem Sommer Angriffe auf die Jihadisten. Der IS betrachtet die arabischen Unterstützerstaaten der Militärkampagne als Verräter und Vasallen der USA.

AP/wid

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