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UN-Sicherheitsrat stimmt für Waffenruhe in Syrien

Die UNO stellt sich einstimmig hinter die russisch-türkische Friedensinitiative für Syrien. Die Ratsmitglieder votierten für eine von Russland und der Türkei vorgelegte Resolution.

Ein Soldat der syrischen Armee bei der Rückerogerung Aleppos. (Archivbild)
Ein Soldat der syrischen Armee bei der Rückerogerung Aleppos. (Archivbild)
Keystone

Im strategisch wichtigen Barada-Tal bei Damaskus werden laut Aktivisten Luftangriffe gegen Rebellenorte geflogen. Aufständische drohen damit, sich nicht mehr an die Feuerpause zu halten. Der UN-Sicherheitsrat unterstützt die jüngsten Friedensbemühungen.

Syrische Rebellen haben nach Luftangriffen auf Oppositionsgebiete damit gedroht, die seit Freitag geltende landesweite Waffenruhe nicht mehr zu achten. Verstösse durch regierungsnahe Kräfte drohten, das zwei Tage alte Abkommen zu untergraben, mit dem der Weg für Gespräche zwischen Regierung und Opposition geebnet werden soll, warnten die Aufständischen am Samstag. In dem strategisch wichtigen Barada-Tal bei Damaskus waren zuvor Dörfer und Städte unter Kontrolle der Rebellen bombardiert worden, wie Aktivisten meldeten.

Die Waffenruhe war von Russland und der Türkei vermittelt worden und am Freitag um Mitternacht in Kraft getreten. Rebellen warfen der syrischen Regierung vor, eine andere Version des Abkommens unterzeichnet zu haben als die, die sie in der türkischen Hauptstadt Ankara unterschrieben hätten. Dies erschwerte die jüngsten diplomatischen Bemühungen, ein Ende des seit 2011 andauernden Kriegs herbeizuführen.

In einer Stellungnahme, die von einer Koalition aus elf Rebellengruppen herausgegeben wurde, erklärten Aufständische, dass sie sich nicht an die Waffenruhe halten könnten, wenn die Regierung ihren Angriff auf das Barada-Tal fortsetze.

UNO-Mächte einstimmig für Waffenruhe

Der UN-Sicherheitsrat verabschiedete am Samstag einstimmig eine Resolution, mit der die Bemühungen Russlands und der Türkei um ein Ende der Gewalt in Syrien unterstützt werden. Wenn die Waffenruhe hält, sollen Regierung und Opposition in der zweiten Januarhälfte an Gesprächen in der kasachischen Hauptstadt Astana teilnehmen. Es wären die ersten derartigen Gespräche seit fast einem Jahr. Sie sollen von Russland, der Türkei und dem Iran vermittelt werden.

Der Iran und Russland haben im Syrien-Konflikt dem Präsidenten Baschar al-Assad wichtige militärische und diplomatische Unterstützung geliefert. Die Türkei ist hingegen eine wichtige Basis und eine Nachschubquelle für Oppositionskämpfer gewesen.

Wie die Aktivistengruppe Barada-Tal-Medienzentrum mitteilte, schossen Extremisten der libanesischen Hisbollah-Miliz auf Dörfer und Städte in der wasserreichen Region, während Flugzeuge Russlands und der syrischen Regierung am zehnten Tag in Serie Luftangriffe flogen. Die militante Hizbollah ist ein wichtiger Verbündeter der Assad-Truppen.

Zwei Zivilisten getötet

Die mutmasslichen Angriffe fallen zusammen mit einer ernsten Wasserknappheit, die seit dem 22. Dezember in Damaskus herrscht. Das Tal ist die primäre Wasserquelle der Region.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, dass mindestens zwei Zivilisten und fünf Kämpfer bei Gefechten um die von der Opposition gehaltenen Regionen Ost-Ghuta und Barada-Tal getötet worden seien. Das syrische Militär hatte am Freitag dementiert, dass es das Tal attackiere. Man achte die von Russland und der Türkei vermittelte Waffenruhe, hiess es. Die Feuerpause gilt nicht für Einsätze gegen die Terrormiliz Islamischer Staat oder die Fatah-al-Scham-Front.

SDA/ij

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