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UNO vermutet Massengrab an Elfenbeinküste

In einem Dorf in der Elfenbeinküste sollen zahlreiche politische Gegner getötet und vergraben worden sein. Anhänger des selbsternannten Präsidenten Gbagbo blockieren den Zugang.

Keine Lösung: Der ivorische Machthaber zusammen mit Kenias Premierminister und Vermittler Raila Odinga.
Keine Lösung: Der ivorische Machthaber zusammen mit Kenias Premierminister und Vermittler Raila Odinga.
Keystone
Die Spannungen nehmen zu: Ein ausgebrannter Lastwagen in Abidjan am 13. Januar 2011.
Die Spannungen nehmen zu: Ein ausgebrannter Lastwagen in Abidjan am 13. Januar 2011.
Keystone
Soldaten bezeugen Gbagbos neuem Verteidigungsminister Alain Dogou am 9. Dezember in Abidjan die Ehre.
Soldaten bezeugen Gbagbos neuem Verteidigungsminister Alain Dogou am 9. Dezember in Abidjan die Ehre.
Reuters
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Mit Raketenwerfern bewaffnete Anhänger des bei den Präsidentschaftswahlen in der Elfenbeinküste unterlegenen Laurent Gbagbo haben nach Angaben der UN den Zugang zu einem mutmasslichen Massengrab blockiert. Die zum Teil maskierten Männer hätten sich vor dem Dorf N'Dotre postiert, wo zahlreiche Menschen begraben sein sollen, teilte die UN mit.

Bei den gewaltsamen Unruhen nach der Präsidentenwahl kamen laut UN mindestens 173 Menschen ums Leben gekommen, deutlich mehr als bisher angenommen. Zudem seien mindestens 471 Menschen verhaftet worden und 24 verschwunden, teilte die stellvertretende UN-Menschenrechtskommissarin Kyung Wha Kang am Donnerstag in Genf bei einer ausserordentlichen Sitzung zur Lage in der Elfenbeinküste mit. Demnach sind in dem westafrikanischen Land nach der Stichwahl am 28. November auch 90 Menschen gefoltert worden. «Viele der Entführten werden noch immer vermisst und die Sicherheitskräfte machen keine Angaben über deren Verbleib», hiess es in einer Stellungnahme der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch.

UN-Vollversammlung erkennt Ouattara als Präsidenten an

Unterdessen hat die UN-Vollversammlung den Oppositionskandidaten Alassane Ouattara als Wahlsieger und Präsidenten der Elfenbeinküste anerkannt. Sie stellte sich damit zugleich gegen Amtsinhaber Gbagbo, der sich weigert, zurückzutreten. Outtara wurde am Donnerstag von der Vollversammlung per Resolution bestätigt, indem sein Vorschlag für den Posten des UN-Botschafters, Youssouf Bamba, angenommen wurde.

Outtara verurteilte die jüngsten Gewaltausbrüche in der Elfenbeinküste. Vielerorts seien schwerwiegende Menschenrechtsverstösse verzeichnet worden, sagte er in einer Rede in dem Hotel, in dem er und seine Anhänger nach der Wahl Quartier bezogen haben. Er werde alles tun, damit sich solche Gräueltaten nicht wiederholten, erklärte Outtara. So habe er den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) um die Entsendung eines Teams gebeten, dass die Verstösse untersuchen solle.

Gelder gesperrt

Unterdessen sperrte die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) Gbagbo zudem den Zugang zu den Staatskonten und stellte sich damit hinter Ouattara. Mit ihrer Entscheidung vom Donnerstag erhöht ECOWAS den Druck auf Gbagbo und macht es ihm schwer, die Löhne von Regierungsangestellten und Soldaten zu zahlen. Unterstützer von Ouattara hoffen, dass sich wegen des ausbleibenden Lohns viele Menschen von Gbagbo abwenden. In einer Stellungnahme drohte der Präsident von ECOWAS, James Gbeho, «legitime Schritte» anzuwenden, um Gbagbo aus dem Amt zu entfernen, sollte er nicht freiwillig das Feld räumen.

Während Ouattara international als Sieger der Präsidentenwahl anerkannt wurde, kontrolliert Gbagbo noch immer die Sicherheitskräfte. Das ebenfalls von ihm kontrollierte Staatsfernsehen war am Donnerstag ausserhalb von Abidjan kaum noch irgendwo empfangbar.

dapd/oku

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