Übersicht – wo Trump angegriffen hat

Dutzende Tomahawk-Raketen feuerten die USA in der Nacht auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt.

Der Luftwaffenstützpunkt al-Shayrat in Syrien. (7. April 2017) Karte: Google Maps/DerBund.ch/Newsnet

Die USA haben am frühen Freitagmorgen rund 60 Tomahawk-Raketen auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt gefeuert. Es gebe keinen Zweifel, dass der syrische Präsident Bashar al-Assad für einen mutmasslichen Giftgasangriff in Khan Sheikhoun verantwortlich sei, sagte US-Präsident Donald Trump kurz nach dem US-Schlag. «Assad erstickte die Leben von hilflosen Männern, Frauen und Kindern», erklärte Trump. Der US-Angriff auf den Stützpunkt in der Provinz Homs erfolgte im 3.45 Uhr (Ortszeit), das syrische Staatsfernsehen berichtete von Verlusten.

Ziel war ein Luftwaffenstützpunkt in Shayrat im Südosten Homs. Von dort aus soll ein Luftangriff mit Giftgas gestartet sein, der am Dienstag die Stadt Khan Sheikhoun traf und mehr als 80 Menschen tötete. Ziele des US-Angriffs waren nach Angaben der Vereinigten Staaten Landebahnen, Flugzeughallen, der Kontrollturm sowie Munitionslager.

Trump rief alle «zivilisierten Nationen» auf, sich an einem Einsatz in Syrien zu beteiligen. Die Vereinigten Staaten versuchten dort, das Blutvergiessen zu beenden, sagte er. Frieden und Harmonie würden erhalten bleiben, so lange die USA sich weiter für Gerechtigkeit einsetzten. Der Angriff sei im Interesse der nationalen Sicherheit der USA geschehen.

US-Aussenminister Rex Tillerson warf Russland vor, Angriffe mit Chemiewaffen in Syrien nicht verhindert zu haben. Moskau sei an dieser Aufgabe gescheitert. Russland trage damit eine Mitschuld oder sei «einfach inkompetent». Laut eines Abkommens aus dem Jahr 2013 sollte unter anderem Russland dafür sorgen, dass Syriens Chemiewaffen sichergestellt werden.

Bei dem Angriff handelte es sich um den ersten amerikanischen Angriff auf die syrische Regierung und Trumps deutlichsten militärischen Schritt seit seiner Amtsübernahme. Das syrische Staatsfernsehen meldete, dass eine Zahl von Militärzielen attackiert worden seien – dies sei eine «Aggression».

Trump hatte den Militärschlag ohne Genehmigung des US-Kongresses angeordnet. Auch eine Unterstützung der Vereinten Nationen gab es nicht. US-Regierungsvertreter sagten, der Präsident habe das Recht zu dem Angriff gehabt, um die nationalen Interessen zu verteidigen und Zivilisten vor Gräueltaten zu schützen.

Der US-Angriff erfolgte überraschend, Trump und andere Regierungsvertreter hatten ihre Warnungen zuvor lediglich verschärft. Nach der Veröffentlichung von Bildern des mutmasslichen Giftgasangriffs hatte sich der Präsident ergriffen gezeigt; die Fotos von den Kindern hätten ihn geprägt und seine Haltung zum Syrienkrieg verändert, sagte er. Im Wahlkampf hatte er von einem Eingreifen in den Bürgerkrieg stets abgeraten und gefordert, die Staaten dürften nicht in den Konflikt hineingezogen werden.

Der Schlag wurde während eines Treffens von Trump mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping ausgeführt. Die Vorgängerregierung von Barack Obama hatte mit militärischen Schritten gegen die syrische Regierung lediglich gedroht – sie aber nicht ausgeführt.

dapd

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