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Über 45 Millionen Menschen sind auf der Flucht

Die Zahl der Flüchtlinge erreicht wieder den Höchststand von 1994. Am meisten Vertriebene kommen nach wie vor aus Afghanistan. Mittlerweile hat sich auch Syrien auf der traurigen Rangliste nach vorne geschoben.

1,6 Millionen Syrer sind auf der Flucht: Mutter mit ihrem Kind. (Archivbild)
1,6 Millionen Syrer sind auf der Flucht: Mutter mit ihrem Kind. (Archivbild)
Keystone

Die Zahl der Flüchtlinge und Vertriebenen ist im vergangenen Jahr um 2,7 Millionen auf 45,2 Millionen Menschen gestiegen. Damit sind nach Angaben des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) so viele Menschen betroffen wie seit 18 Jahren nicht mehr.

«Es handelt sich um alarmierende Zahlen. Seit 1994 – dem Jahr des Genozids in Ruanda und mit einem Krieg in Ex-Jugoslawien – gab es nicht mehr so viele Betroffene», erklärte UNO-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres.

2,5 Millionen afghanische Flüchtlinge

Von den 45,2 Millionen Menschen waren nach UNHCR-Angaben 15,4 Millionen Flüchtlinge, 28,8 Millionen innerhalb ihrer eigenen Länder Vertriebene und 937'000 Asylbewerber.

Seit 32 Jahren ist Afghanistan das Herkunftsland der grössten Zahl von Flüchtlingen. 2,5 Millionen Afghanen sind betroffen, wobei 95 Prozent von ihnen im Pakistan und in Iran leben. Auf der Flucht sind auch 1,1 Millionen Menschen aus Somalia und 746'000 aus Irak.

Die Zahl der syrischen Flüchtlinge betrug Ende 2012 728'000. Mittlerweile hat sich Syrien auf der traurigen Rangliste aber nach vorne geschoben, wie aus den Angaben des UNHCR hervorgeht. Aktuell gelten demnach 1,6 Millionen Syrer als Flüchtlinge.

Flucht in arme Länder

Noch stärker als früher sind es vor allem Entwicklungsländer, die mit den Fluchtbewegungen konfrontiert sind. In den reichen Ländern suchten vor zehn Jahren noch 30 Prozent der Flüchtlinge Zuflucht, jetzt sind er nur noch 19 Prozent. «Die grosse Mehrheit flüchtet in arme Länder», betonte Guterres.

Am meisten Flüchtlinge pro Kopf der Bevölkerung lebten Ende 2012 in Jordanien vor Tschad und Libanon. Gemessen am Pro-Kopf-Einkommen waren Pakistan, Äthiopien, Kenia und Südsudan bei den Aufnahmeländern an der Spitze.

46 Prozent der Flüchtlinge sind jünger als 18 Jahre, wie das UNHCR weiter schreibt. Kinder, die nicht in Begleitung ihrer Eltern waren, stellten im vergangenen Jahr 21'300 Asylgesuche – das ist die höchste je vom UNO-Hochkommissariats registrierte Zahl.

SDA/chk

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