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Türkei öffnet Kobane-Grenze für Kurdenkämpfer

Kehrtwende der Türkei? Die Regierung lässt nun irakische Kurden die syrische Grenze zu Kobane passieren, um dort gegen den IS zu kämpfen.

Ihre Mitstreiter aus dem Irak dürfen nun in den Kampf nach Kobane: Türkische Kurden an einer Beerdigung in der Grenzregion zu Syrien.
Ihre Mitstreiter aus dem Irak dürfen nun in den Kampf nach Kobane: Türkische Kurden an einer Beerdigung in der Grenzregion zu Syrien.
Keystone

Kurdische Peschmerga-Kämpfer aus dem Irak können nach Angaben der türkischen Regierung künftig über die Türkei aus zur Unterstützung der Kurdenkämpfer in die umkämpfte syrische Stadt Kobane einreisen. «Wir unterstützen die Peschmerga-Truppen beim Grenzübertritt nach Kobane», sagte der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu laut AFP und BBC vor Journalisten in Ankara. Die Türkei habe kein Interesse daran, dass Kobane an der Grenze zur Türkei in die Hand von Jihadisten falle, betonte der Minister, ohne weitere Details zu der Ankündigung zu nennen. Er ergänzte, dass entsprechende Gespräche im Gang seien.

Cavusoglu sagte, die Türkei arbeite mit der Koalition gegen den IS zusammen. Die Waffenlieferungen der USA an die Volksschutzeinheiten in Kobane, die in der Nacht aus der Luft erfolgten, würden «ausgewertet». Erdogan hatte sich am Wochenende gegen ausländische Waffenlieferungen an die PYD ausgesprochen.

Die irakisch-kurdische Nachrichtenseite Rudaw meldete unter Berufung auf eine ungenannte Quelle, die Türkei erfülle mit der Passage eine Bitte des Präsidenten der kurdischen Autonomieregion im Nordirak, Massud Barsani. Barsanis Plan sei mit der PYD und den Volksschutzeinheiten (YPG) abgesprochen.

Kurswechsel der türkischen Regierung

Die Ansage aus Ankara stellt einen Kurswechsel der türkischen Regierung dar, die bislang den Grenzübertritt von Kurdenkämpfern nach Kobane untersagt hatte. Die Einreise türkischer Kämpfer der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) nach Syrien soll offenbar weiter untersagt bleiben. Während sich die Türkei in einem jahrzehntelangen Konflikt mit der PKK befindet, hat Ankara in den vergangenen Jahren engere Verbindungen zu den kurdischen Behörden im Nordirak aufgebaut.

Kobane liegt in Syrien unmittelbar an der Grenze zur Türkei und wird seit Wochen von der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) belagert. Die syrisch-kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) liefern sich seither einen erbitterten Kampf mit IS-Kämpfern. Bei der Verteidigung der Stadt werden sie von einer von den USA angeführten Militärallianz aus der Luft unterstützt. Die Türkei geriet in den letzten Wochen allerdings unter Druck durch die kurdische Bevölkerung, Kämpfern den Weg nach Kobane zu erlauben, um dort gegen den IS vorzugehen.

AFP/sda/cpm

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