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Terrorserie auf dem Sinai – mindestens 40 Tote

Tödlichste Anschlagsserie seit Jahren: Bei Angriffen auf Polizei- und Militäreinrichtungen im unruhigen Norden des Sinai kamen Dutzende Menschen ums Leben.

Mindestens drei heftige Explosionen: Ägyptische Soldaten auf dem Sinai. (30. Januar 2015)
Mindestens drei heftige Explosionen: Ägyptische Soldaten auf dem Sinai. (30. Januar 2015)
AP Photo

Bei der tödlichsten Anschlagsserie seit Jahren sind auf der ägyptischen Halbinsel Sinai mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen. Das sind doppelt so viel als bisher angenommen: Gestern sprachen die lokalen Gesundheitsbehörden noch von mindestens 20 Toten.

Wie die Gesundheitsbehörden in der Nacht erklärten, wurden mindestens 36 weitere Personen bei den Angriffen auf Polizei- und Militäreinrichtungen im unruhigen Norden des Sinai verletzt. Zu den Anschlägen bekannte sich ein Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Mindestens drei heftige Explosionen waren am frühen Donnerstagabend in der Stadt al-Arisch zu hören. Anschliessend hallten Schüsse durch die Strassen. Nach Angaben von Armeesprecher Mohammed Samir wurden Einrichtungen des Militärs und der Sicherheitskräfte mit Autobomben und Granaten attackiert.

Suche nach Verdächtigen

Suchtrupps der Armee durchkämmten al-Arisch auf der Suche nach Verdächtigen. In der Stadt gilt seit Oktober ein nächtliches Ausgangsverbot. Samir führte die Attacken in einer Mitteilung beim sozialen Netzwerk Facebook auf die Erfolge im Kampf gegen Extremisten in der Region zurück.

Das Staatsfernsehen berichtete, Präsident Abdel Fattah al-Sisi sei von den zuständigen Ministern ständig per Telefon über die Vorfälle in der Region informiert worden. Er habe das Militär angewiesen, die Verantwortlichen aufzuspüren und ihre Verstecke zu zerstören.

Die USA verurteilten die Anschläge. Die Sprecherin des Aussenministeriums, Jennifer Psaki, sagte der Regierung in Kairo die Unterstützung der Vereinigten Staaten im Kampf gegen den Terrorismus zu.

IS-nahe Extremistengruppe

Zu den Anschlägen bekannte sich eine Extremistengruppe, die sich bis vor kurzem Ansar Beit al-Makdis («Unterstützer Jerusalems») genannt hatte. Die ägyptische Extremistengruppe hatte sich im Zuge des Sicherheitsvakuums gebildet, das nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Hosni Mubarak im Jahr 2011 entstanden war.

Anfang November schworen ihre Mitglieder dem IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi die Treue. Jüngst benannte sich die Gruppe in Annäherung an den IS in Wilaja Sina («Staat Sinai») um.

Auf einer vom IS für Mitteilungen genutzten Internetseite teilte die Gruppe mit, sie habe unter anderem eine Armeebasis angegriffen. Zudem habe sie acht Kontrollpunkte in al-Arisch, in der Stadt Rafah und in anderen Orten der Gegend attackiert.

Sie sprach von «umfassenden, simultanen Attacken», die sie an drei Orten ausgeführt habe. Die meisten Toten seien Soldaten gewesen.

SDA

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