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Syrische Truppen dringen in Palmyra ein

Damaskus meldet, seine Armee habe die vom IS gehaltene antike Wüstenstadt erreicht. Die Islamisten hatten dort Teile von Unesco-Weltkulturerbe-Stätten zerstört.

Das war einmal: Der Tempel Baal Shamin war Teil der historischen Stadt Palmyra in der syrischen Wüste und war ein Überbleibsel des antiken römischen Reichs. Nun liegt er in Trümmern: Der IS hat die Tempelanlage gesprengt. (Bild vom 26. Oktober 2009)
Das war einmal: Der Tempel Baal Shamin war Teil der historischen Stadt Palmyra in der syrischen Wüste und war ein Überbleibsel des antiken römischen Reichs. Nun liegt er in Trümmern: Der IS hat die Tempelanlage gesprengt. (Bild vom 26. Oktober 2009)
Reuters
Zeugnis für die Frühzeit mehrerer Zivilisationen: Ein Teil der Ruinenstadt Palmyra auf einer Luftaufnahme aus dem Jahr 2009. Foto: Christophe Caron (AFP)
Zeugnis für die Frühzeit mehrerer Zivilisationen: Ein Teil der Ruinenstadt Palmyra auf einer Luftaufnahme aus dem Jahr 2009. Foto: Christophe Caron (AFP)
Der zerstörte Tempel war 2000 Jahre alt und war ein Unesco-Kulturerbe. Die Unesco ordnet seine Vernichtung als Kriegsverbrechen ein.
Der zerstörte Tempel war 2000 Jahre alt und war ein Unesco-Kulturerbe. Die Unesco ordnet seine Vernichtung als Kriegsverbrechen ein.
AP
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Die syrische Armee ist nach Angaben von Aktivisten in die bisher von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gehaltene Antikenstadt Palmyra vorgerückt. Die Regierungstruppen wurden von russischen Kampfjets unterstützt.

Die Regierungstruppen seien nach Gefechten mit IS-Kämpfern in das südwestliche Viertel al-Gharf eingedrungen, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Es gebe schwere Gefechte. Minen würden den Vormarsch der Regierungskämpfer verlangsamen.

Gouverneur geht von Sieg aus

Die Beobachtungsstelle hatte noch wenige Stunden zuvor Berichte des staatlich finanzierten TV-Senders Al-Ichbarija zurückgewiesen, wonach die Soldaten von Machthaber Baschar al Assad bereits in der Stadt seien.

Ein Reporter meldete sich live vom Eingang der Stadt und berichtete, die Kämpfe konzentrierten sich auf die archäologischen Grabungsstätten. Der Gouverneur von Homs, Talal Barasi, hatte zuvor prognostiziert, es werde binnen 48 Stunden «einen überwältigenden Sieg» in Palmyra geben.

Allerdings äusserte der Aktivist Osama al-Chatib Zweifel am angeblichen Einmarsch der Regierungstruppen. Und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von heftiger Gegenwehr durch IS-Kämpfer. Die Terrormiliz soll bei Gefechten um Palmyra zuletzt aber mindestens 200 Kämpfer verloren haben.

Rückeroberung Anfang März gestartet

Die Offensive der Regierungstruppen gegen den IS geschieht trotz der seit 27. Februar geltenden Waffenruhe. Denn die Terrormiliz ist davon ausdrücklich ausgenommen und soll nach der Anschlagswelle von Brüssel verschärft bekämpft werden. In Genf hatten Vertreter der Regierung und der Opposition in Syrien zuletzt indirekte Friedensgespräche geführt, die aber nun bis April ruhen sollen. Einen sichtbaren Durchbruch gab es nicht.

Die Armee hatte die Rückeroberung mit Hilfe massiver russischer Luftangriffe gestartet. Die IS-Terroristen hielten die Stadt, deren antike römische Ausgrabungsstätten zum Weltkulturerbe zählen, seit Mai vergangenen Jahres.

In den folgenden Monaten schockierten sie die Weltöffentlichkeit mit der Sprengung bedeutender antiker Tempel, Gräber und Statuen sowie einer Reihe öffentlicher Hinrichtungen. Palmyra zählt wegen ihrer gut erhaltenen antiken Ruinen zum UNESCO-Weltkulturerbe.

SDA/rub

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