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Syrische Diplomaten setzen sich nach Berlin ab

Aus Protest gegen die Politik des Regimes von Bashar Assad haben sich zwei Diplomaten von Syrien losgsagt. Die UNO entschied derweil, die Blauhelme auf den Golanhöhen mit Maschinengewehren auszurüsten.

Mehrere Male kehrten ihm schon Gefolgsleute wegen seiner Politik den Rücken: Syriens Präsident Bashar Assad.
Mehrere Male kehrten ihm schon Gefolgsleute wegen seiner Politik den Rücken: Syriens Präsident Bashar Assad.
Keystone

Zwei syrische Diplomaten haben ihre Posten aus Protest gegen die Politik des Regimes verlassen und sich nach Berlin abgesetzt. Nach Angaben aus Oppositionskreisen handelt es sich dabei um Lama Iskander, die früher am Konsulat in Dubai beschäftigt war und zuletzt in Damaskus im Aussenministerium arbeitete, sowie um Haitham Hmeidan, den Konsul Syriens in Havanna.

Hmeidan ist Druse. Iskander gehört wie Präsident Bashar al-Assad zur Minderheit der Alawiten. Das Assad-Regime hat tendenziell mehr Rückhalt bei den Angehörigen der Minderheiten. Die Mehrheit der Sunniten bildet das Rückgrat des bereits seit 2011 andauernden Aufstandes.

Blauhelme sollen Maschinengewehre bekommen

Angesichts des anhaltenden Bürgerkriegs in Syrien hat der UNO-Sicherheitsrat eine schwerere Bewaffnung der Blauhelmsoldaten auf den Golanhöhen beschlossen. Die 15 Mitglieder des Sicherheitsrats erlaubten in einer am Donnerstag in New York verabschiedeten Resolution die Ausrüstung der UNO-Truppe mit Maschinengewehren.

Ausserdem soll die Truppe von zuletzt etwa 900 auf 1250 Soldaten vergrössert werden. Das mächtigste UNO-Gremium erklärte, dass «Schutz und Sicherheit» sowie die «Selbstverteidigungsfähigkeiten» der auf den Golanhöhen eingesetzten Blauhelme verbessert werden müssten.

Pufferzone soll unangetastet bleiben

Die UNO-Truppe UNDOF überwacht eine 1974 zwischen Israel und Syrien geschlossene Waffenruhe. Die Blauhelmsoldaten waren zuletzt in den syrischen Bürgerkrieg hineingezogen worden, wiederholt wurden sie Opfer von Angriffen und Entführungen. Bei einem Gefecht zwischen Truppen des syrischen Staatschefs Bashar al-Assad und Rebellen wurden Anfang Juni zwei Blauhelme verletzt.

Der Sicherheitsrat, der das Mandat für die UNDOF-Mission um sechs Monate verlängerte, zeigte sich «zutiefst beunruhigt» über die Vorfälle. Das Gremium rief Assads Truppen und die Rebellen auf, die Pufferzone zwischen Syrien und Israel unangetastet zu lassen.

Österreich hat aus Sicherheitsgründen mit dem Rückzug seiner Blauhelmsoldaten von den Golanhöhen begonnen. Das österreichische Kontingent soll durch Soldaten von den Fidschi-Inseln ersetzt werden. Ausserdem sind Blauhelme von den Philippinen und aus Indien in dem Gebiet stationiert.

SDA/kpn

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