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Schwerbewaffnete Blauhelme verteidigen belagerte Posten

Auf den Golanhöhen wehren sich die verbliebenen UNO-Soldaten gegen islamistische Rebellen aus Syrien. Die 43 Geiseln sollen unversehrt sein.

35 Blauhelme wurden mit Fahrzeugen gerettet, 40 weiteren gelang die Flucht zu Fuss: Panzerfahrzeuge der Uno beim Grenzübergang Quneitra zwischen Syrien und Israel auf den Golanhöhen. (30. August 2014)
35 Blauhelme wurden mit Fahrzeugen gerettet, 40 weiteren gelang die Flucht zu Fuss: Panzerfahrzeuge der Uno beim Grenzübergang Quneitra zwischen Syrien und Israel auf den Golanhöhen. (30. August 2014)
Ahmad Gharabli, AFP
Das Schicksal der UNO-Blauhelme ist ungewiss: Israelische Soldaten besprechen sich vor den umkämpften Golanhöhen. (29. August 2014)
Das Schicksal der UNO-Blauhelme ist ungewiss: Israelische Soldaten besprechen sich vor den umkämpften Golanhöhen. (29. August 2014)
AFP
Noch ist unklar welche Rebellengruppe die Blauhelme entführt haben: Militante auf der syrischen Seite des Grenzübergangs. (29. August 2014)
Noch ist unklar welche Rebellengruppe die Blauhelme entführt haben: Militante auf der syrischen Seite des Grenzübergangs. (29. August 2014)
AP Photo/Ariel Schalit, Keystone
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Nach der Entführung von 43 UNO-Soldaten auf den Golanhöhen haben sich dutzende schwerbewaffnete Blauhelmsoldaten syrischen Rebellen entgegengestellt. Insgesamt 75 philippinische Soldaten der Undof-Mission verteidigten zwei belagerte Posten in der UNO-Zone zwischen Syrien und Israel, sagte Oberst Roberto Ancan in Manila.

Für die Befreiung der 43 von den Fidschi-Inseln stammenden Blauhelme liefen unterdessen intensive Verhandlungen an. Die philippinischen Truppen seien gut ausgerüstet und ausgebildet, betonte Ancan. Seine Truppen seien kampfbereit und würden sich nicht ergeben.

Der philippinische Präsident Benigno Aquino nannte die Situation «angespannt», bislang erscheine die Lage aber «stabil». Die UNO hatte zunächst von 81 umzingelten Soldaten gesprochen, Ancan zufolge handelt es sich jedoch um 75 Blauhelme in den beiden UN-Stellungen, die etwa vier Kilometer voneinander entfernt auf den Golanhöhen liegen.

Geiseln soll es gut gehen

43 UNO-Soldaten von den Fidschi-Inseln waren am Donnerstag auf der syrischen Seite der Golanhöhen gefangengenommen worden. Die Soldaten gehören der UN-Beobachtertruppe für Truppenentflechtung (Undof) an, die eine 1974 zwischen Israel und Syrien geschlossene Waffenruhe überwacht. Die 75 philippinischen Soldaten wurden belagert, nachdem sie sich geweigert hatten, ihre Waffen niederzulegen.

Nach Angaben des Ministerpräsidenten der Fidschi-Inseln, Voreqe Bainimarama, laufen bereits Verhandlungen für die Freilassung der entführten Blauhelme. «Ich möchte den Familien der Soldaten versichern, dass wir alles tun, was möglich ist, um ihre sichere Rückkehr zu gewährleisten», erklärte er. Jüngsten Informationen zufolge gehe es den Geiseln den Umständen entsprechend gut.

Der UNO-Sicherheitsrat forderte die «bedingungslose und sofortige Freilassung» der Blauhelmsoldaten. Nach UNO-Angaben ist bislang unklar, wer hinter der Entführung steckt. Der UNO-Sicherheitsrat erklärte lediglich, es handele sich um «Terrorgruppen und Mitglieder nichtstaatlicher bewaffneter Gruppen». Einige Gruppen hätten erklärt, zur Al-Nusra-Front zu gehören, dies könne aber nicht bestätigt werden.

Identität der Entführer nicht bestätigt

Die USA hatten zuvor die islamistische Al-Nusra-Front für die Tat verantwortlich gemacht. Diese wird vom UNO-Sicherheitsrat als Terrorgruppe eingestuft und ist der syrische Ableger des Terrornetzwerks al-Qaida.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte am Freitag, die Bundesregierung verurteile die Geiselnahme «auf das Schärfste» und fordere die Freilassung der Friedenstruppen. «Dass ausgerechnet diejenigen, die da schon seit Jahrzehnten unter Einsatz ihres Lebens für Frieden eintreten, zum Angriff solcher Ziele werden, ist völlig inakzeptabel», sagte der Sprecher. Auch Bundespräsident Joachim Gauck zeigte sich in einer Nachricht an UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon bestürzt. Es handele sich um eine «eklatante Verletzung des Völkerrechts».

Zur Undof-Mission gehören derzeit rund 1200 Soldaten aus sechs Ländern - Indien, Irland, den Niederlanden, Nepal, den Philippinen und den Fidschi-Inseln. Israel hatte 1967 Teile des Golan besetzt und 1981 annektiert, was international nicht anerkannt wird. Ein Teil blieb unter syrischer Kontrolle.

Nachdem bereits im vergangenen Jahr philippinische Soldaten verschleppt und später von syrischen Rebellen freigelassen worden waren, hatte das Land ein Ende seiner Beteiligung am Undof-Einsatz erwogen. Erst vor wenigen Tagen wurde beschlossen, den Einsatz nach der geplanten Rückkehr der Soldaten im Oktober nicht zu verlängern. Angesichts der jüngsten Entwicklung wird laut philippinischem Aussenministerium über einen früheren Abzug nachgedacht.

AFP/mw

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