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Schüsse auf schlafende Steinbruch-Arbeiter

Islamistische Extremisten aus Somalia haben im Norden von Kenia einen Steinbruch angegriffen. 36 Arbeiter wurden getötet.

Nur gut eine Woche nach dem letzten Anschlag hat die somalische Terrormiliz Al-Shabaab offenbar erneut Dutzende Nichtmuslime in Kenia getötet. Mindestens 36 Steinbrucharbeiter seien am Dienstag bei der Stadt Mandera mutmasslich von islamistischen Extremisten aus Somalia ermordet worden, teilten die kenianische Polizei und das Rote Kreuz mit. Die Angreifer seien entkommen. Am 23. November hatten Kämpfer der Terrorgruppe in derselben Gegend einen Bus überfallen und 28 Nichtmuslime getötet.

Die Polizei teilte mit, die Arbeiter seien im Schlaf aus einem Hinterhalt im Steinbruch angegriffen worden. Die Nichtmuslime seien herausgegriffen und dann erschossen oder enthauptet worden. Ein Polizeivertreter sagte, womöglich seien weitere Menschen entführt worden.

Zur Tat bekannte sich zunächst niemand. Sie trägt aber die Handschrift der somalischen Terrormiliz Al-Shabaab. Wenige Stunden zuvor war bei einem Anschlag auf ein Hotel der im Norden des Landes gelegenen Stadt Wadschir ein Mensch getötet und 13 Menschen verletzt worden, wie die Polizei mitteilte.

Am 23. November hatten 20 Attentäter von Al-Shabab bei ihrem Angriff auf einen Bus ebenfalls alle Nichtmuslime herausgegriffen und diese erschossen. Al-Shabaab teilte damals mit, der Angriff sei Vergeltung für Razzien in vier Moscheen in der kenianischen Hafenstadt Mombasa durch kenianische Sicherheitskräfte kurz zuvor.

Wenige Stunden nach Angriff auf Bar

Der Angriff bei Mandera erfolgte wenige Stunden nach einem anderen Anschlag im Nordosten Kenias. Nach Angaben der Behörden wurden bei dem Angriff auf eine Bar der Ortschaft Wajir ein Mensch getötet und zwölf weitere verletzt.

Das Rote Kreuz berichtete von Explosionen und Schüssen. Die Bar ist vor allem bei Fremden beliebt. Die Bevölkerung der Stadt ist überwiegend muslimisch, die Gegend zieht aber auch Arbeiter aus dem vornehmlich christlichen Süden des Landes an. Auch zu diesem Angriff bekannte sich zunächst niemand.

Wegen der wiederholten Angriffe im Norden Kenias haben inzwischen mehrere Gewerkschaften ihre Mitglieder aufgerufen, die Region zu verlassen, bis die Regierung wieder ihre Sicherheit gewährleisten kann.

Mindestens 135 Angriffe der Al-Shabaab

Die radikalislamische und mit al-Qaida verbündete Organisation verübt Anschläge in Kenia, weil vor drei Jahren kenianische Truppen in Somalia in den Kampf gegen die Gruppe eingetreten waren. Seitdem gab es Behördenangaben zufolge mindestens 135 Angriffe der Al-Shabaab, darunter auch den Anschlag auf das Einkaufszentrum Westgate Mall in Nairobi im September 2013, bei dem 67 Menschen starben. Für den Anschlag hatte Al-Shabaab die Verantwortung übernommen. Die Miliz bekannte sich auch zu anderen Angriffen an der kenianischen Küste, bei denen in diesem Jahr mindestens 90 Menschen ums Leben gekommen sind.

Al-Shabaab wurde 2011 von Soldaten der Afrikanischen Union aus der somalischen Hauptstadt Mogadiscio vertrieben und ist seither vor allem in ländlichen Gegenden aktiv. Somalias schwache Regierung bemüht sich um einen Wiederaufbau des durch Armut und den Aufstand der Al-Shabaab gezeichneten Landes. Sie wird dabei von den Vereinten Nationen unterstützt. Die von der Afrikanischen Union unterstützten somalischen Truppen machen derzeit Fortschritte bei der Rückeroberung von Hochburgen der Terrormiliz. Vor kurzem hatten sie die Hafenstadt Barawe eingenommen.

sda/AP/wid

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