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Rebellen sollen Junis Falle gestellt haben

Noch immer herrscht Verwirrung um den Tod von Abdel Fattah Junis. Ein Aufständischer berichtet nun, wie der Rebellenchef von seinen eigenen Leuten in einen Hinterhalt gelockt worden sei.

Lebte unter ständiger Gefahr: Abdel Fattah Junis.
Lebte unter ständiger Gefahr: Abdel Fattah Junis.
Keystone

Ein Mitglied einer Sondereinheit der libyschen Rebellen hat heute andere Rebellen der Tötung des Oberbefehlshabers der Aufständischen beschuldigt. Mohammed Aguri sagte der Nachrichtenagentur AP, er sei zugegen gewesen, als eine Gruppe von Rebellen Abdel Fattah Junis am Mittwoch vor Morgengrauen aus seinem Kommandozentrum abgeholt hätten.

Die Männer hätten zur sogenannten Brigade der Märtyrer des 17. Februar gehört, sagte er. Er habe seinen Kommandeur begleiten wollen, doch Junis habe den Männern vertraut und sei alleine mitgegangen. «Stattdessen haben sie uns hintergangen und ihn getötet», sagte Aguri.

Ehemaliger Vertrauter Ghadhafis

Abdulfattah Junis war als libyscher Innenminister einst selbst ein wichtiges Glied in Gaddafis Machtapparat. Als im Februar der Aufstand gegen al-Ghadhafi ausbrach, schloss er sich den Rebellen an.

Mit seinen Kenntnissen über den inneren Machtzirkel des Machthabers stellte er für die Aufständischen einen grossen Gewinn dar. Immer wieder wurden aber auch Zweifel laut an seiner Loyalität wegen der langen Bindung an das totalitäre Regime.

Rebellen machten Ghadhafi-Anhänger für den Anschlag verantwortlich. Weiter gab es Gerüchte, wonach die Aufständischen selbst Junis wegen Hochverrats getötet hätten. Beobachter erwarteten zudem, dass Spannungen zwischen den Fraktionen und Stämmen zunehmen könnten, die vom Übergangsrat als Allianz zusammengehalten werden, um al-Ghadhafi niederzuringen.

«Held der Revolution»

Der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrates, Mustafa Abdul Dschalil, bestätigte die Tötung von Junis. Den Militärchef bezeichnete er als «einen der grössten Helden der Revolution». An einer Pressekonferenz am späten Donnerstagabend verlas er eine Erklärung, ohne Fragen von Journalisten zu beantworten.

Die Leichen der Opfer wurden zunächst vermisst, wurden dann aber am Freitag den Familien übergeben und im Zentrum von Bengasi aufgebahrt, wie das Fernsehen des Übergangsrats berichtete. Sie sollen bis zur Unkenntlichkeit verbrannt sein.

Zahlreiche Trauernde hätten Junis' Sarg begleitet, sagte Junis' Neffe Abdel Hakim der Nachrichtenagentur Reuters. Junis sei von Kugeln getroffen worden und habe Verbrennungen erlitten.

dapd/sda/afp/mrs

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