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Raketen und Drohnen für den «failed state»

Der Irak droht mit der Machtübernahme al-Qaidas in der Provinz Anbar im Chaos zu versinken. Die USA eilen mit einer vorgezogenen Waffenlieferung zu Hilfe – anderes wird verwehrt.

Die USA liefern hundert zusätzliche Luft-Boden-Raketen des Typs Hellfire in den Irak: Ein Soldat überprüft eine Rakete in der US-Luftwaffenbasis in Nevada. (16. April 2009)
Die USA liefern hundert zusätzliche Luft-Boden-Raketen des Typs Hellfire in den Irak: Ein Soldat überprüft eine Rakete in der US-Luftwaffenbasis in Nevada. (16. April 2009)
AFP
Die Hellfire-Raketen können sowohl von Hubschraubern als auch von Kampfflugzeugen abgefeuert werden: Ein britischer Helikopter schiesst bei Gibraltar eine Hellfire-Rakete ab. (3. Mai 2011)
Die Hellfire-Raketen können sowohl von Hubschraubern als auch von Kampfflugzeugen abgefeuert werden: Ein britischer Helikopter schiesst bei Gibraltar eine Hellfire-Rakete ab. (3. Mai 2011)
AFP
Unterstützung für die lokale Bevölkerung: Ein Militärkonvoi fährt Richtung Anbar. (6. Januar 2014)
Unterstützung für die lokale Bevölkerung: Ein Militärkonvoi fährt Richtung Anbar. (6. Januar 2014)
Reuters
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Nach dem Vormarsch islamistischer Aufständischer im Irak beschleunigen die USA ihre Waffenlieferungen an die Regierung in Bagdad. Die irakische Armee werde früher als geplant 100 weitere Hellfire-Raketen und zehn zusätzliche Aufklärungsdrohnen vom Typ ScanEagle erhalten, teilte das Pentagon in Washington mit. Eigene Kampftruppen wird Washington aber nicht in den Irak schicken, wie Oberst Steven Warren bekräftigte.

Bereits im Dezember hatten die USA den irakischen Streitkräften 75 Hellfire-Raketen geliefert. Die Ausrüstung mit hundert weiteren Raketen des Typs war für die kommenden Monate geplant und soll nun vorgezogen werden. Die Raketen können von Hubschraubern und Kampfflugzeugen abgeschossen werden. Die Aufklärungsdrohnen vom Typ ScanEagle können 24 Stunden lang in der Luft bleiben.

Provinz Anbar unter Kontrolle der Aufständischen

Die mit al-Qaida verbündete Gruppierung Islamischer Staat im Irak und der Levante (ISIL) hatte in den vergangenen Wochen in der westirakischen Provinz Anbar an Boden gewonnen und am Freitag die Stadt Falluja unter ihre Kontrolle gebracht. Pentagon-Sprecher Warren sagte, dass die US-Regierung gemeinsam mit Bagdad an einer Strategie arbeite, um die ISIL-Kämpfer zurückzudrängen. Warren unterstrich aber eine frühere Aussage von Aussenminister John Kerry, dass sich die USA nicht mit eigenen Soldaten einschalten.

US-Vizepräsident Joe Biden telefonierte gestern mit Iraks Regierungschef Nuri al-Maliki und brachte «seine Sorge über das Leiden derjenigen Iraker zum Ausdruck, die in den Händen von Terroristen leiden», hiess es in einer Erklärung. Al-Maliki habe in dem Gespräch die Bedeutung der Zusammenarbeit mit sunnitischen Vertretern und Gemeinden betont, um die Extremisten zu isolieren. Maliki, ein Schiit, wird vorgeworfen, die sunnitische Bevölkerungsminderheit im Irak zu benachteiligen und dadurch die Spannungen im Land zu erhöhen.

Heftig umkämpfte Stadt

Der damalige US-Präsident George W. Bush war im März 2003 ohne Mandat der Vereinten Nationen im Irak einmarschiert. An der Spitze einer «Koalition der Willigen» stürzten die US-Truppen binnen weniger Wochen den irakischen Machthaber Saddam Hussein. In der Folge versank das Land jedoch im Chaos. Besonders die Provinz Anbar war eine Hochburg sunnitischer Rebellen; die Stadt Falluja war über Jahre heftig umkämpft. Nach achtjähriger Besatzung verliessen Ende 2011 die letzten US-Soldaten den Irak.

Zuvor waren Verhandlungen über ein Truppenstatut für eine weitere Präsenz der US-Armee gescheitert, weil Bagdad den ausländischen Soldaten keine Immunität gewähren wollte. Washington bleibt aber ein strategisch wichtiger Partner der irakischen Regierung und lieferte seit 2005 Waffen im Wert von 14 Milliarden Dollar. Ausserdem arbeiten beide Länder auf der Ebene der Geheimdienste zusammen. Das irakische Verteidigungsministerium wird laut Pentagon von rund hundert US-Militärangehörigen beraten, die an der US-Botschaft in Bagdad stationiert sind.

AFP/rbi

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