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Proteste schlagen in Gewalt um – vier Tote

In vielen Städten Ägyptens gingen Muslimbrüder auf die Strasse. Beim Tahrir-Platz feuerte die Polizei aus Militärfahrzeugen auf die Demonstranten. Mindestens vier Menschen kamen ums Leben.

Aufgeheizte Stimmung: Demonstranten der Muslimbrüder in Kairo. (4. Oktober 2013)
Aufgeheizte Stimmung: Demonstranten der Muslimbrüder in Kairo. (4. Oktober 2013)
Keystone

In verschiedenen Städten Ägyptens sind Proteste der Muslimbrüder in Gewalt umgeschlagen. Mehrere Menschen kamen bei Zusammenstössen ums Leben.

Mindestens vier Anhänger der islamistischen Vereinigung wurde Vertretern des Gesundheitsdienstes zufolge bei Ausschreitungen in Kairo erschossen.

In der Nähe des Tahrir-Platzes im Zentrum der Hauptstadt sei scharfe Munition aus Militärfahrzeugen abgefeuert worden, berichteten Augenzeugen. Die Polizei setzte auch Tränengas ein.

Die Demonstranten protestierten lautstark gegen Armeechef Abdel Fattah al-Sisi, der nach Massenkundgebungen im Sommer den aus der Muslimbruderschaft hervorgegangenen Präsidenten Mohammed Mursi gestürzt hatte. Die Demonstrationen waren die grössten, seit die Behörden Mitte August Protestlager der Islamisten räumen liessen.

Protest auch in Alexandria

Anhänger der Muslimbrüder marschierten in Richtung der Moschee, wo eines ihrer Lager gewaltsam geräumt worden war. Die Sicherheitskräfte verstärkten ihre Präsenz und erklärten, Sitzstreiks würden nicht zugelassen. Demonstranten und ihre Gegner am Rande der Protestzüge bewarfen sich gegenseitig mit Steinen.

Auf dem Tahrir-Platz riegelten Armee und Polizei eine Strasse ab, um einem Protestmarsch von Mursi-Anhängern den Zugang zu verwehren. Die Sicherheitskräfte hinderten die Demonstranten zudem daran, zum Präsidentenpalast und zum Verteidigungsministerium zu gelangen.

Zu Auseinandersetzungen kam es auch in Ägyptens zweitgrösster Stadt, Alexandria, sowie in Orten im Nil-Delta. Nach Angaben des Innenministeriums kam dabei jedoch niemand ums Leben.

Armeetransporter attackiert

Zuvor war ein ägyptischer Soldat nahe der Stadt Ismailia aus einem vorbeifahrenden Fahrzeug heraus erschossen worden. Wie das Staatsfernsehen berichtete, wurden bei dem Angriff auf einen Armeetransporter auf der Verbindungsstrasse zwischen Ismailia und Kairo zwei weitere Soldaten verletzt.

Seit dem Sturz von Präsident Mursi Anfang Juni häufen sich Angriffe auf Armee und Polizei.

Die ägyptische Armee will derzeit in einer Grossoffensive militante Gruppen von der Sinai-Halbinsel vertreiben. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen vom Freitag gab es erneut 109 Festnahmen. Augenzeugen berichteten über Luftschläge in Gebieten nahe der Grenze zu Israel.

SDA/mrs

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