Zum Hauptinhalt springen

Proteste nach Parlamentswahlen in Ägypten

Nach den Parlamentswahlen in Ägypten kam es von den oppositionellen Muslimbrüdern zu Betrugsvorwürfen. Derweil zeichnet sich ein haushocher Sieg der Regierungspartei von Präsident Hosni Mubarak ab.

Beklagen, dass ihnen der Zugang zu den Wahllokalen verwehrt wurde: Anhänger der Muslimbruderschaft nach den Parlamentswahlen.
Beklagen, dass ihnen der Zugang zu den Wahllokalen verwehrt wurde: Anhänger der Muslimbruderschaft nach den Parlamentswahlen.
Keystone

Bei der Parlamentswahl in Ägypten zeichnet sich ein haushoher Sieg der Regierungspartei von Präsident Hosni Mubarak ab. Nach Angaben ägyptischer Medien vom Montag konnten alle Minister ihre Sitze im Parlament halten.

Die grösste Schlappe steckten die Muslimbrüder ein, die nach der Wahl vor fünf Jahren mit 88 Mandaten noch die zweitstärkste Fraktion im Parlament gebildet hatten, nach der regierenden Nationaldemokratischen Partei (NDP) von Mubarak mit 324 Mandaten.

Schon jetzt steht fest, dass es in einigen Bezirken, in denen kein Kandidat die absolute Mehrheit errungen hatte, am kommenden Sonntag eine Stichwahl geben wird.

Manipulationsvorwürfe

Die Muslimbrüder und lokale Wahlbeobachter hatten schon während der Wahl am Sonntag über Manipulationsversuche der Regierungspartei geklagt. Rund um die Wahllokale kam es zu gewaltsamen Zusammenstössen mit Hunderten von Menschen, bei denen zum Teil auch Waffen eingesetzt wurden. Vier Menschen kamen im Umfeld der Wahl ums Leben.

In der Hafenstadt Alexandria demonstrierten nach Schliessung der Wahllokale am Sonntagabend rund 800 Anhänger der oppositionellen Muslimbruderschaft vor einer Polizeiwache, die als zentrale Auszählstelle fungierte, und skandierten «Nein zum Betrug».

Mehrere Hundert Demonstranten

In Kairo marschierten mehrere Hundert Demonstranten zu einer Auszählstation und wurden von einem Aufgebot an Sicherheitskräften gestoppt.

Die endgültigen Ergebnisse des ersten Wahlganges sollten bis spätestens Dienstag veröffentlicht werden. Die Wahlbeteiligung hatte am Sonntag bei rund 25 Prozent gelegen. Vor allem viele junge Leute blieben dem Urnengang fern.

SDA/ske

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch