Palästinenser rammt eine Gruppe israelischer Soldaten

Ministerpräsident Netanyahu spricht von einem «Terroristen»: Ein palästinensischer Autofahrer fuhr im Westjordanland in israelische Soldaten und verletzte drei schwer.

Zwischen Ramallah und Nablus: Das Tatfahrzeug wird untersucht. (6. August 2015)

Zwischen Ramallah und Nablus: Das Tatfahrzeug wird untersucht. (6. August 2015)

(Bild: Keystone Majdi Mohammed)

Ein palästinensischer Autofahrer ist am Donnerstag im Westjordanland in eine Gruppe israelischer Soldaten gefahren. Drei von ihnen seien verletzt worden, teilte das israelische Militär mit. Soldaten schossen anschliessend auf das Fahrzeug.

Der Zwischenfall ereignete sich demnach an einer Kreuzung zwischen den Städten Ramallah und Nablus. Die israelische Regierung sprach von einem Anschlag. Zwei der Soldaten seien schwer verletzt worden, erklärte die Armee.

Der Fahrer des Autos wurde nach Medienangaben mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Spital gebracht. Das Fahrzeug mit einem israelischen Nummernschild hatte sich überschlagen, nachdem die Soldaten das Feuer auf den PKW eröffnet hatten.

Nach Angaben aus palästinensischen Sicherheitskreisen stammt der Mann aus dem Dorf Biddu östlich von Ramallah. Israelische Soldaten hätten nach dem Vorfall sein Haus durchsucht.

Nicht der erste Anschlag mit Auto

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu bezeichnete den Autofahrer als «Terroristen» und lobte die Armee für ihre schnelle Reaktion. Verteidigungsminister Moshe Yaalon forderte ein entschlossenes Vorgehen gegen den «palästinensischen Terror».

Im vergangenen Jahr hatten Palästinenser in dem von Israel besetzten Westjordanland und in Jerusalem mehrmals Israelis mit Autos angegriffen.

Die radikalislamische Hamas-Bewegung bezeichnete die Tat als eine «angemessene Antwort» auf die Besetzung der Palästinensergebiete durch Israel und die «Verbrechen» jüdischer Siedler. Bei einem Brandanschlag mutmasslich jüdischer Extremisten auf zwei Wohnhäuser im Westjordanland waren in der vergangenen Woche ein Kleinkind getötet und drei weitere Familienmitglieder schwer verletzt worden.

chk/sda

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