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Pakistan: Beschuss der Nato dauerte zwei Stunden

Die Vereinigten Staaten untersuchen den Angriff, bei dem pakistanische Soldaten starben. Vonseiten Pakistans werden nun neue Vorwürfe an die Nato laut. Derweil wächst in der Bevölkerung der Hass auf die USA.

Wut auf die USA: In Lahore verbrennen Demonstranten die amerikanische Flagge. (27. November 2011)
Wut auf die USA: In Lahore verbrennen Demonstranten die amerikanische Flagge. (27. November 2011)
Reuters
Pakistanische Aktivisten der islamischen Gruppierung Islami Jamiat Tulba protestieren gegen den Nato-Angriff.
Pakistanische Aktivisten der islamischen Gruppierung Islami Jamiat Tulba protestieren gegen den Nato-Angriff.
Keystone
Erhöhte Aufmerksamkeit: Pakistanische Truppen patrouillieren im Nordwesten des Landes.
Erhöhte Aufmerksamkeit: Pakistanische Truppen patrouillieren im Nordwesten des Landes.
Keystone
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Pakistan hat nach dem NATO-Angriff mit 24 Toten weitere schwere Vorwürfe gegen das Militärbündnis erhoben. Die Operation am Samstagmorgen habe mehr als zwei Stunden gedauert und die Soldaten der Nato hätten das Feuer auch dann nicht eingestellt, als örtliche Kommandeure sie dazu aufgefordert hätten, sagte ein Sprecher der pakistanischen Streitkräfte.

Auch eine aus afghanischen Regierungskreisen vorgebrachte Darstellung, Truppen des Landes sowie der Nato seien zunächst durch pakistanischen Grenzposten unter Beschuss geraten, wies der Militärsprecher zurück.

USA untersuchen den Vorfall

Die USA haben eine eigene Untersuchung des Nato-Luftangriffs in Pakistan angekündigt. Ein Verantwortlicher dafür solle noch heute benannt werden, verlautete am Sonntag aus dem Verteidigungsministerium in Washington. Pakistan hat dem westlichen Militärbündnis vorgeworfen, bei Angriffen im Grenzgebiet zu Afghanistan am Wochenende 24 Soldaten getötet zu haben. Auch die Nato untersucht den Vorfall.

Möglicherweise sind afghanische Soldaten für die tödlichen Luftangriffe auf pakistanische Soldaten verantwortlich. Die afghanischen Truppen seien an der Grenze zu Pakistan unter Beschuss geraten und hätten Unterstützung der Nato angefordert, hiess es laut dem «Wall Street Journal» aus afghanischen Regierungskreisen.

Senatoren fordern harte Linie

Als Reaktion auf den Beschuss hatte Pakistan zwei Grenzübergänge für Versorgungstransporte der internationalen Truppen in Afghanistan gesperrt und die Räumung eines von den USA genutzten Luftwaffenstützpunkt verlangt. Nun forderten führende US-Senatoren ein konsequenteres diplomatisches Vorgehen gegen Islamabad.

«Harte Diplomatie» sei gegenüber Pakistan nötig, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Republikaner im US-Senat, Jon Kyl, am Sonntag. Sein demokratischer Amtskollege kritisierte die «Inkompetenz und Korruption» in Afghanistan und warf Pakistan «Komplizenschaft» vor.

Pakistaner verbrennen Obama-Bild

Doch nicht nur von Seiten der pakistanischen Regierung regt sich der Widerstand gegen die Militärinterventionen westlicher Nationen. Aus Empörung über den Nato-Angriff demonstrierten zahlreiche Pakistaner am Sonntag gegen die Macht der USA.

In der Hafenstadt Karachi versammelten sich vor dem US-Konsulat rund 700 Demonstranten mit Sprechchören wie «Nieder mit Amerika!» Sie verbrannten ein Bild von US-Präsident Barack Obama. In Multan wurden bei einer Demonstration mit mehr als 300 Teilnehmern US- und Nato-Flaggen verbrannt.

SDA/kpn

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