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Neuer Angriff auf Ebola-Helfer

Verzweifelt kämpft Sierra Leone gegen die Ausbreitung des tödlichen Ebola-Virus: Der zweite Tag des Ausgehverbots wird weitgehend befolgt. Doch gibt es vereinzelt Angriffe auf Ebola-Helfer.

121 Ebola-Opfer an einem Tag: Das Hastings Ebola Notfallzentrum ausserhalb von Freetown, Sierra Leone. (6. Oktober 2014)
121 Ebola-Opfer an einem Tag: Das Hastings Ebola Notfallzentrum ausserhalb von Freetown, Sierra Leone. (6. Oktober 2014)
Keystone
Werden von Patienten überrannt: Ein US-Soldat grenzt mit Stacheldraht das Grundstück einer neuen Krankenstation ab.
Werden von Patienten überrannt: Ein US-Soldat grenzt mit Stacheldraht das Grundstück einer neuen Krankenstation ab.
Pascal Guyot, AFP
Gesundheitstest am Flughafen von Conakry, Guinea. (22. Juli 2014)
Gesundheitstest am Flughafen von Conakry, Guinea. (22. Juli 2014)
AFP
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In dem vom tödlichen Ebola-Virus besonders betroffenen Sierra Leone haben die Einwohner nach Behördenangaben den zweiten Tag in Folge die Ausgangssperre weitgehend befolgt. Rund 30'000 Ärzte und freiwillige Helfer gingen von Haus zu Haus, um über die Krankheit aufzuklären und mögliche Infizierte aufzuspüren.

Vereinzelt gab es Zwischenfälle. Rund 20 Kilometer östlich der Hauptstadt Freetown griffen aufgebrachte Anwohner ein Team an, das fünf Ebola-Opfer begraben wollte. Wie die Polizei berichtete, konnten sie ihre Arbeit nur unter Polizeischutz zu Ende bringen. Leichen von Ebola-Opfern sind hochansteckend und müssen schnell von Spezialteams begraben werden.

Im Norden des Landes flüchteten sich ausserdem einige Menschen Berichten zufolge in den Busch, um das Ausgehverbot zu umgehen.

Nach Angaben des Krisenzentrums in Freetown hielten sich die meisten der rund sechs Millionen Einwohner an die Anordnung und blieben daheim. Dies sei als Erfolg zu werten, hiess es. Viele Strassen in Freetown waren den Angaben zufolge wie leergefegt. Die Ausgangssperre, die noch bis Sonntag gilt, ist eine der Massnahmen, mit denen das Land die Ausbreitung der Epidemie zu stoppen versucht. In Sierra Leone starben nach Angaben der Vereinten Nationen bisher mehr als 560 Menschen an Ebola, in Westafrika fielen insgesamt mehr als 2600 Menschen der Krankheit zum Opfer. Neben Sierra Leone sind vor allem Liberia und Guinea betroffen.

Spanien will infizierten Missionar zurückholen

Auch ein spanischer Missionar infizierte sich in Sierra Leone mit Ebola und soll auf eigenen Wunsch in seine Heimat geflogen werden, wie das spanische Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte. Manuel García Viejo, der in der Stadt Lunsar das Krankenhaus San Juan de Dios als medizinischer Direktor leitet, ist der zweite spanische Priester, der sich in Westafrika angesteckt hat. Der erste Missionar hatte sich in Liberia infiziert und war wenige Tage nach seinem Rücktransport nach Spanien gestorben. Gegen die Krankheit gibt es noch kein zugelassenes Medikament oder Impfstoff.

Unterdessen laufen die internationalen Vorbereitungen an, Westafrika im Kampf gegen Ebola zu unterstützen. Die 3000 von den USA zugesicherten militärischen Angestellten sollen die westafrikanischen Epidemiegebiete innerhalb der nächsten 30 Tage erreichen, sagte Heereschef Ray Odierno am Freitag. Sie sollen Behandlungszentren aufbauen und bei der Ausbildung der Einsatzkräfte helfen.

Marathonläufer unter den Helfern

Zu den freiwilligen Helfern, die in Sierra Leone die Aufklärungsarbeit unterstützen, gehört auch der Marathonläufer Idrissa Kargbo. Der Ausdauersportler, der sich mit seinen Zeiten für Marathonläufe in drei Kontinenten qualifiziert hat, sagte der Nachrichtenagentur AP, die von ihm besuchten Einwohner von Freetown hätten sich dankbar für jede Information gezeigt, die sie erhalten hätten. In Teams von vier Personen verteilen die Helfer Seife und Karten mit den Symptomen der Krankheit. Jedes besuchte Haus wird mit Stickern und, falls gegeben, mit der Zahl entdeckter Infizierter gekennzeichnet.

Die Strategie des Ausgehverbots ist umstritten. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen erklärte, es sei «extrem schwierig», bei Besuchen von Haus zu Haus Ebola-Fälle zu identifizieren. Und wenn welche entdeckt würden, gebe es in Sierra Leone nicht genug Behandlungsmöglichkeiten.

SDA/rub

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