Netanyahus politischer Ziehvater gestorben

Mosche Arens, der frühere Verteidigungsminister Israels, war mehr als 25 Jahre in der israelischen Politik aktiv.

Starb 93-jährig nach langer Krankheit: Mosche Arens (links) mit Benjamin Netanyahu. (Archivbild)

Starb 93-jährig nach langer Krankheit: Mosche Arens (links) mit Benjamin Netanyahu. (Archivbild)

(Bild: AFP Sven Nackstrand)

Der frühere israelische Verteidigungsminister und politische Ziehvater von Regierungschef Benjamin Netanyahu, Mosche Arens, ist tot. Er starb am Montag im Alter von 93 Jahren, wie Netanyahu im Kurzbotschaftendienst Twitter bekanntgab. «Es hätte keinen grösseren Patrioten als ihn geben können», schrieb Netanyahu und würdigte Arens als «Meister» und «Mentor». Präsident Reuven Rivlin bezeichnete den Verstorbenen als «einen der wichtigsten Verteidigungsminister» Israels.

Nach Angaben des israelischen Rundfunks starb Arens nach «langer Krankheit». Er war in den 80er und 90er Jahren drei Mal Verteidigungsminister, zudem war er einst Aussenminister. Als israelischer Botschafter in den USA ernannte er 1982 den damals 32-jährigen Netanyahu zum stellvertretenden Chef der Botschaftsdelegation in Washington und ebnete damit dessen diplomatische Karriere. Zwei Jahre später wurde Netanyahu Botschafter bei der UNO.

In Litauen geboren

Der in Litauen geborene Arens war 1939 mit seiner Familie in die USA ausgewandert und hatte dort ein Studium zum Luftfahrtingenieur absolviert. Als der Staat Israel 1948 gegründet wurde, liess er sich dort nieder.

Seine mehr als ein Vierteljahrhundert andauernde politische Karriere begann er 1973 mit der Wahl zum Abgeordneten für die rechtsgerichtete Likud-Partei. Arens galt als Falke und stimmte 1978 gegen das Friedensabkommen mit Ägypten, dem ersten Friedensabkommen Israels mit einem arabischen Staat.

In den vergangenen Jahren schrieb er zahlreiche Meinungsbeiträge für die linke Oppositionszeitung «Haaretz», deren politische Einstellung er nicht teilte. Gegenüber Netanyahu ging er auf Distanz: So sprach er sich im vergangenen Jahr gegen das von der Regierung unterstützte Gesetz für einen «Nationalstaat des jüdischen Volkes» aus. Dieses wurde im Juli vom Parlament beschlossen und gewährt einzig Juden das Recht zur Selbstbestimmung in Israel.

chk/AFP

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