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Netanyahu verteidigt sich selbst

Der israelische Premierminister will aus einer Bedrohungslage persönlichen Profit ziehen.

Präsentiert sich im Wahlkampf als Garant für die Landessicherheit: Premierminister Benjamin Netanyahu. Foto: Efrem Lukatsky (Keystone)
Präsentiert sich im Wahlkampf als Garant für die Landessicherheit: Premierminister Benjamin Netanyahu. Foto: Efrem Lukatsky (Keystone)

Normalerweise gibt es von israelischer Seite keine Stellungnahme, wenn die Armee im Nachbarland Syrien iranische Stellungen bombardiert. Generalstabschef Gadi Eisenkot hat verraten, Israels Armee habe in den vergangenen Jahren «Tausende Ziele» angegriffen. Nun hat sich nicht nur die Armee, sondern auch Israels Premierminister Benjamin Netanyahu öffentlich geäussert.

Für Netanyahu ist die Militäraktion gegen Iran ein willkommener Anlass, sich im bisher eher lauen Wahlkampf als Garant für die Landessicherheit zu präsentieren. Damit versucht der Politiker des rechten Likud, aus einer Bedrohungslage persönlichen Profit zu ziehen.

In drei Wochen gibt es erneut Parlamentswahlen in Israel, für Netanyahu läuft es nicht besonders gut. Er ist nach der Wahl im April damit gescheitert, eine Koalition zu bilden – diesmal dürfte es noch schwieriger werden.

Zwei ehemalige Verteidigungsminister, Avigdor Lieberman und Mosche Jaalon, werfen Netanyahu nun vor, die Zurückhaltung bei Militäraktionen aus wahltaktischen und egoistischen Gründen aufgegeben zu haben. Die drohenden Anklagen wegen Korruption, mit denen der Premierminister konfrontiert ist, werden als Thema verdrängt.

Netanyahu kämpft mit allen Mitteln. Und er verteidigt nicht nur sein Land, sondern vor allem auch sich selbst.

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