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Mursi ist kein Muslimbruder mehr

Heute bezieht der neue ägyptische Präsident das Büro des gestürzten Machthabers Mubarak in Kairo. Die Muslimbruderschaft hat inzwischen wie versprochen Mursis Mitgliedschaft für beendet erklärt.

Sprach sich für den Frieden aus: Der neue ägyptische Präsident Mohammed Mursi während seiner Ansprache am Fernsehen. (24. Juni 2012)
Sprach sich für den Frieden aus: Der neue ägyptische Präsident Mohammed Mursi während seiner Ansprache am Fernsehen. (24. Juni 2012)
Keystone
Feuerwerk und Freudentaumel: Jubelnde Menschen im Zentrum von Kairo. (24. Juni 2012)
Feuerwerk und Freudentaumel: Jubelnde Menschen im Zentrum von Kairo. (24. Juni 2012)
Reuters
Auch Frauen machen mit: Eine Anhängerin Shafiks an der Demonstration gegen die Muslimbrüderschaft. (23. Juni 2012)
Auch Frauen machen mit: Eine Anhängerin Shafiks an der Demonstration gegen die Muslimbrüderschaft. (23. Juni 2012)
Reuters
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Nach dem Sieg ihres Kandidaten Mohammed Mursi bei der Präsidentenwahl in Ägypten hat die konservativ-religiöse Muslimbruderschaft die Mitgliedschaft Mursis für beendet erklärt. Dies erklärte der Generalsekretär der Muslimbruderschaft, Mahmud Hussein.

Auch sei der gewählte Präsident nicht mehr in der von der Bruderschaft gegründeten Partei Freiheit und Gerechtigkeit (FJP). «Wir haben damit unser Versprechen erfüllt, das wir für den Fall des Siegs unseres Kandidaten abgegeben hatten», wurde Hussein von ägyptischen Medien zitiert.

Bereits gestern hatte Mursi formell auf den Vorsitz in der FJP verzichtet, den er bis dahin innehatte. Die Wahlkommission hatte Mursi am selben Tag zum Sieger der Präsidentenwahl erklärt.

Grosse Herausforderungen

Auf Mursi warten in seiner Rolle als künftiger Staatschef mehrere grosse Herausforderungen, unter anderem muss er die angeschlagene Wirtschaft des Landes wieder in Gang bringen. Viele Ägypter haben sich hinter Mursi gestellt, weil sie in ihm den Mann sehen, der das Land endgültig vom alten System des gestürzten Machthabers Mubarak befreien könne. Mursi muss nun allerdings Befürchtungen entgegentreten, er wolle Ägypten zu einem islamistischen Staat machen, und beweisen, dass er die Öffentlichkeit über die Bruderschaft hinaus vertritt.

Mursi droht zudem eine neue Konfrontation mit dem weiterhin mächtigen Militärrat, der erst kürzlich die Machtbefugnisse des Präsidenten beschnitten hatte. Demnach ernennt der neue Präsident unter anderem nicht den Verteidigungsminister und muss auf den Titel «Oberbefehlshaber der Streitkräfte» verzichten. Ein Wahlkampfsprecher Mursis sagte im Staatsfernsehen, der Vorsitzende des Militärrats, Feldmarschall Hussein Tantawi habe Mursi zu dessen Wahlsieg gratuliert. Beide wollen heute zu einem Treffen zusammenkommen, sagte der Sprecher Ahmed Abdel Attie.

Mursis Flirt mit dem Iran

Mursi strebt engere Beziehungen zum Iran an. Mursi sagte in einem Interview der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Fars, er wolle die Beziehungen zur Islamischen Republik ausweiten.

Damit wolle er ein strategisches Gleichgewicht in der Region schaffen. «Dies ist Teil meines Programmes», zitierte Fars den Islamisten. Nach Angaben von Fars fand das Interview am Sonntag wenige Stunden vor Bekanntgabe des Ergebnisses der Präsidentenwahl statt.

Irans Führung gratulierte Mursi nach Bekanntgabe des Wahlresultats. Der Iran unterhält seit der iranischen Revolution 1979 wegen des ägyptischen Friedensabkommens mit Israel keine diplomatischen Beziehungen mit Ägypten.

SDA/bru

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