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Massaker an Assad-Getreuen

In Aleppo haben Aufständische offenbar ein Blutbad angerichtet: Auf einem Video ist zu sehen, wie syrische Rebellen Anhänger von Präsident Assad hinrichten – in einem Schulhof.

Der Chef des Barri-Clans kurz vor seiner Exekution: Unbestätigte Aufnahmen aus Aleppo.
Der Chef des Barri-Clans kurz vor seiner Exekution: Unbestätigte Aufnahmen aus Aleppo.
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Im Internet tauchten Videos auf, die Hinrichtungen von Assad-Kämpfern durch Aufständische in Aleppo zeigen sollen. Der Wahrheitsgehalt der Aufnahmen konnte nicht überprüft werden. Sollten sich die Aufnahmen als wahr bestätigen, begehen die Aufständischen gleiche Gewalttaten, wie sie bereits den Regime-Einheiten vorgeworfen werden. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International dokumentierte in einem heute veröffentlichten Bericht zahlreiche neue Gräueltaten. Die Gewalt in Syrien habe mit dem Kampf um Aleppo einen neuen Höhepunkt erreicht.

Regierungstruppen und regimetreue Einheiten töteten zahlreiche friedliche Demonstranten, aber auch Passanten, darunter Kinder und ältere Personen, wie Amnesty berichtete. Ärzte und Krankenschwestern hätten sich selbst in Gefahr gebracht, wenn sie Verwundeten helfen wollten. Assad-Gegner seien routinemässig gefoltert worden, bis hin zum Tode. Wie der Report schildert, mussten Angehörige von Todesopfern unter Zwang unterschreiben, dass diese von «terroristischen Banden» getötet worden seien.

Luftwaffe greift ein

In den Kampf um die nordsyrische Metropole Aleppo hat nun auch die Luftwaffe eingegriffen. Sie bombardierte die Stadt vor den Augen der UNO-Beobachter. Und in Damaskus näherten sich die Kämpfe den christlichen Vierteln der Altstadt.

Der Befehlshaber, Präsident Baschar al-Assad, wandte sich mit Durchhalteparolen an seine Soldaten im Kampf gegen die Aufständischen. Das Schicksal des syrischen Volkes und der Nation hänge «von dieser Schlacht ab», hielt Assad in einer schriftlichen Botschaft zum Tag der Armee fest, über welche die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete.

Assad lobte darin die Militärangehörigen für ihre Ausdauer in der Bekämpfung «krimineller terroristischer Banden», wie das Regime die Aufständischen zu bezeichnen pflegt. Wo Assad sich derzeit aufhält ist unklar. Zwei Wochen lang hat sich der Präsident nicht mehr in der Öffentlichkeit gezeigt – seit bei einem Anschlag in der Hauptstadt Damaskus vier seiner führenden Sicherheitskräfte getötet wurden.

Kampf um Aleppo

Soldaten und Rebellen kämpfen weiterhin erbittert um die Kontrolle über die Millionenstadt Aleppo im Norden des Landes. Aufständische nahmen drei Polizeiwachen ein. Das Regime setzte nicht nur Kampfjets, sondern auch Helikopter ein, aus denen Soldaten auf Aufständische feuerten. Die Rebellen kontrollieren nach eigenen Angaben einen weiten Bogen, der Viertel im Osten und Südwesten der Wirtschaftsmetropole umfasst. In den vergangenen Tagen konzentrierten sich die Gefechte auf den südwestlichen Stadtteil Salaheddin.

Die Aufständischen, bis vor kurzem mit Sturmgewehren und Panzerfäusten ausgerüstet, sind inzwischen auch schwer bewaffnet. «Wir haben jetzt die Bestätigung, dass die Opposition in Aleppo über schwere Waffen, darunter Panzer, verfügt», hiess es am Mittwoch von Seiten der UNO-Beobachter. Einem Bericht des US-Senders NBC News zufolge haben sie auch fast zwei Dutzend Boden-Luft-Raketen auf dem Weg über das Nachbarland Türkei erhalten.

Kämpfe in Damaskus

Aber auch Damaskus war Schauplatz weiterer Kämpfe, die am Mittwoch erstmals nahe den christlichen Vierteln der Altstadt ausgetragen wurden. Die Schiessereien ereigneten sich nach Angaben der Syrischen Menschenrechtsbeobachter am Rande der Stadtteile Bab Tuma und Bab Scharki.

Die Christen machen in Syrien etwa zehn Prozent der Bevölkerung aus. Den Aufständen stehen die meisten von ihnen reserviert gegenüber, weil sie befürchten, dass nach einem Sturz Assads Islamisten die Macht übernehmen könnten.

sda/dapd/mrs

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