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Lungenentzündung: Mandela wieder in Klinik

Der Gesundheitszustand von Nelson Mandela hat sich verschlechtert: Der frühere südafrikanische Staatschef ist in der Nacht mit einer Lungenentzündung ins Krankenhaus gebracht worden.

AFP

Der frühere südafrikanische Präsident Nelson Mandela wird erneut wegen einer Lungenentzündung im Spital behandelt. Der Gesundheitszustand des 94-Jährigen sei «ernst, aber stabil», teilte das Büro von Präsident Jacob Zuma am Samstag mit.

«In den vergangenen Tagen hatte der ehemalige Präsident Nelson Mandela einen Rückfall bei seiner Lungenentzündung», teilte Zumas Büro mit. In der Nacht zum Samstag habe sich sein Zustand gegen 01.30 Uhr (Ortszeit und MESZ) dann so verschlechtert, dass er in eine Klinik in Pretoria gebracht worden sei.

«Fachkundige medizinische Behandlung»

Dort erhalte Mandela eine «fachkundige medizinische Behandlung», hiess es weiter. Die Ärzte unternähmen «alles, damit es ihm wieder besser geht».

Zuma, seine Regierung und ganz Südafrika wünschten Mandela «eine rasche Genesung». Zudem wurden die Medien und die Öffentlichkeit gebeten, Mandelas Privatsphäre zu achten.

Zumas Sprecher Mac Maharaj sagte später der Nachrichtenagentur AFP, Mandela atme «ohne Hilfe». Er «glaube, dass dies ein gutes Zeichen ist». Mandela sei «ein Kämpfer». «In seinem Alter geht es ihm gut, so lange er noch kämpfen kann», sagte Maharaj. Mandelas Frau Graca Machel sagte eine Reise nach London ab.

«Zeit, ihn gehen zu lassen»

Die südafrikanische Zeitung «Sunday Times» brachte am Sonntag unter der Überschrift «Es ist Zeit, ihn gehen zu lassen» ein grosses Foto Mandelas aus früheren Zeiten. Das Blatt zitierte einen langjährigen Weggefährten Mandelas, den 87-jährigen Andrew Mlangeni, mit den Worten: «Sobald die Familie in gehen lässt, wird das Volk Südafrikas ihr folgen.»

Seit Ende vergangenen Jahres befindet sich Mandela bereits zum vierten Mal im Spital. Nach einem Klinikaufenthalt im Dezember, bei dem er eine Lungenentzündung auskurierte, wurde er auf Anraten der Ärzte in seine Residenz in Johannesburg gebracht.

Erster schwarzer Präsident

Im März war die Ikone der Anti-Apartheid-Bewegung über Nacht zu einer Nachsorgeuntersuchung für einen Tag im Spital. Nach einer weiteren Behandlung wegen einer Lungenentzündung wurde Mandela zuletzt Anfang April aus der Klinik entlassen.

Wegen seines Kampfs gegen das rassistische Apartheid-Regime verbrachte Mandela 27 Jahre seines Lebens im Gefängnis und kam erst im Jahr 1990 frei. Kurz zuvor wurde bei ihm eine Tuberkulose diagnostiziert. Seither hat Mandela immer wieder Lungenprobleme.

In den Jahren 1994 bis 1999 war Mandela der erste schwarze Präsident Südafrikas. Im Jahr 2004 zog er sich endgültig aus der Politik zurück. Sein letzter öffentlicher Auftritt fand im Jahr 2010 während der Fussball-Weltmeisterschaft in Südafrika statt.

Genesungswünsche aus London und Washington

Mandelas Partei, der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC), übersandte dem 94-Jährigen am Samstag «gute Wünsche für eine schnelle Genesung». Der ANC rief in einer Mitteilung auf, für Mandela und seine Familie zu beten.

Über den Kurzbotschaftendienst Twitter sandte der britische Premierminister David Cameron Grüsse. «Meine Gedanken sind bei Nelson Mandela, der in Pretoria im Spital liegt», schrieb Cameron. Das Weisse Haus in Washington sandte ebenfalls Genesungswünsche.

SDA/wid

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