Luftschläge können IS nicht stoppen

Die Terrormiliz Islamischer Staat steht kurz vor der Kurdentstadt Ain al-Arab an der Grenze zwischen Syrien und der Türkei. Trotz der Angriffe aus der Luft rücken die Jihadisten vor.

In Syrien im Einsatz: Ein US-Kampfjet wird in der Luft betankt.

In Syrien im Einsatz: Ein US-Kampfjet wird in der Luft betankt.

(Bild: Keystone)

Die USA und ihre arabischen Verbündeten haben die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Aktivisten zufolge auch an der syrisch-türkischen Grenze attackiert. Der Sprecher der kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD), Nawaf Chalil, sagte am Samstag, erstmals hätten die Luftangriffe auch IS-Stellungen nahe der Kurdentstadt Ain al-Arab getroffen. Die Stadt wird von den Kurden Kobane genannt.

Nach Angaben der Aktivistengruppe Syrisches Beobachtungszentrum für Menschenrechte erfolgten die Luftangriffe während heftiger Kämpfe zwischen dem IS und kurdischen Einheiten. Mehrere IS-Kämpfer wurden getötet. Chalil sagte, die von den USA geführte Allianz habe bei Kobani zwei Panzer zerstört. Die von kurdischen Kämpfern gehaltene Stadt wird seit Tagen vom IS attackiert, der grosse Teile Syriens und des Iraks unter seiner Kontrolle hält.

Raketen schlagen ein

Stoppen konnten die Angriffe aus der Luft den Vormarsch von IS nicht: Erstmals haben nach Angaben von Aktivisten am Samstag Raketen der Jihadistenmiliz Ain al-Arab getroffen und zwölf Einwohner verletzt. Es seien die ersten Raketentreffer in der Stadt gewesen, seit dem Beginn der IS-Angriffe auf die Stadt am 16. September, sagte der Chef der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman.

Hunderte Menschen seien nach den Angriffen aus der Stadt über die türkische Grenze geflohen, sagte Rahman. Ein AFP-Korrespondent sah hunderte Zivilisten die Grenze passieren, darunter zahlreiche Kinder. Die Beobachtungsstelle stützt sich auf ein breites Netz von Aktivisten und Ärzten in Syrien.

Die Briten fliegen mit

Die USA und ihre Verbündeten hatten die Luftangriffe auf Ziele islamistischer Extremisten in Syrien in der Nacht zum Dienstag gestartet. Ziel ist es, den IS zu zerstören.

Im Irak begannen die Luftangriffe gegen den IS bereits im August. Auch Grossbritannien, Belgien und Dänemark wollen sich daran beteiligen. Britische Kampfflugzeuge starteten am Samstag vom Stützpunkt Akrotiri auf Zypern. Die Tornado-Flugzeuge seien «jetzt bereit, um in einer Angriffsrolle verwendet zu werden», sobald die Ziele festgelegt seien, teilte das Verteidigungsministerium in London mit.

ldc/AFP/AP

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