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Libyens Armeechef tritt nach Unruhen mit 31 Toten zurück

Angehörige der Miliz «Libyens Schild» haben in Benghasi Demonstranten getötet. Der umstrittene Armeechef al-Manqush hat daraufhin seinen Rücktritt erklärt. Nun soll eine Spezialeinheit der Miliz Einhalt gebieten.

Bei den Unruhen in Benghasi gingen ehemalige Rebellen gegen Demonstranten vor. (8. Juni 2013)
Bei den Unruhen in Benghasi gingen ehemalige Rebellen gegen Demonstranten vor. (8. Juni 2013)
AP
31 Personen kamen ums Leben, die meisten waren Demonstranten. (8. Juni 2013)
31 Personen kamen ums Leben, die meisten waren Demonstranten. (8. Juni 2013)
AP
Die Opfer wurden inzwischen beerdigt. (9. Juni 2013)
Die Opfer wurden inzwischen beerdigt. (9. Juni 2013)
Reuters
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Bei Kämpfen zwischen früheren Rebellen und Demonstranten vor einer Kaserne in der ostlibyschen Hafenstadt Bengasi sind in der Nacht zum Sonntag mindestens 31 Menschen getötet worden. Armeechef Yussef al-Manqush erklärte daraufhin seinen Rücktritt.

Eine Spezialeinheit geht nach den blutigen Gefechten nun gegen die regierungsnahe Miliz «Libyens Schild» vor. Grund für seine Entscheidung sei der mit 31 Todesopfern ungewöhnlich hohe Blutzoll der Unruhen, sagte Generalstabschef Yussef al-Manqush.

Proteste von Offizieren

Bereits seit Wochen hatten Militäroffiziere gegen al-Manqush protestiert. Sie warfen dem Generalmajor Korruption und Zaudern im Umgang mit den Milizen im Land vor. Die bewaffneten Gruppen haben in Ermangelung eines schlagkräftigen Sicherheitsapparats vielerorts das Sagen.

Im ostlibyschen Bengasi hatte sich der öffentliche Unmut über die Milizen am Samstag in blutiger Gewalt entladen. Aufgebrachte Demonstranten erstürmten einen Stützpunkt der regierungsnahen Miliz «Libyens Schild» und lieferten sich Feuergefechte. Die Protestler forderten die Entwaffnung sowie den Abzug der Miliz. Aus ihrer Sicht sollen stattdessen die reguläre Armee und die Polizei die Sicherheit garantieren.

Demonstranten kamen ums Leben

Bei den Kämpfen kamen nach Krankenhausangaben überwiegend Demonstranten ums Leben gekommen. Die 31 Todesopfer seien schweren Schuss- und Sprengstoffverletzungen erlegen, sagte Klinikdirektor Mohammed Belied weiter. Dutzende Menschen wurden demnach verwundet.

Unmittelbar nach den Gefechten ging eine Spezialeinheit der libyschen Armee gegen die Miliz «Libyens Schild» vor. Eliteeinheiten hätten deren Basis in Bengasi unter ihre Kontrolle gebracht, an der es zu den tödlichen Unruhen gekommen sei, sagte Oberst Abdullah el-Shiafi laut der amtlichen Nachrichtenagentur Lana. Allerdings seien fünf Mitglieder der Spezialeinheit bei einer Explosion getötet worden, als sie in das Gebäude eindringen wollten. Andere Militäreinheiten hätten derweil andere Stützpunkte von «Libyens Schild» in Bengasi überrannt, sagte el-Shiafi weiter.

In Bengasi, der zweitgrössten Stadt Libyens, kommt es seit dem vergangenen Jahr immer wieder zu gewaltsamen Unruhen, Attentaten und Bombenanschlägen. Der jüngste Gewaltausbruch wirft nun jedoch ein grelles Schlaglicht auf das Sicherheitschaos, unter dem Libyen anderthalb Jahre nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Ghadhafi leidet. Der amtierende Regierungschef Ali Sidan bezeichnete die Ereignisse in Bengasi als «traurig und schmerzhaft». Er rief die Libyer zur Vorsicht und Zurückhaltung auf.

sda/AP/mw

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