König Mohammed droht heute ein Machtverlust

Marokko stimmt heute über eine neue Verfassungsreform ab. Eine Annahme wäre ein Einschnitt in die Monarchie von König Mohammed VI.

Will mit der Reform einen Umsturz wie in Ägypten und Tunesien verhindern: König Mohammed VI.

Will mit der Reform einen Umsturz wie in Ägypten und Tunesien verhindern: König Mohammed VI.

(Bild: Keystone)

Als Reaktion auf die Forderungen der Bevölkerung nach mehr Demokratie hat in Marokko heute eine Volksabstimmung über eine Verfassungsreform begonnen. Bei einer Annahme würde die Macht von König Mohammed VI. beschnitten werden.

So soll der Monarch künftig nicht mehr den Ministerpräsidenten auswählen, sondern den Kandidaten der stärksten Partei zum Regierungschef ernennen. Auch sollen die Berbersprachen dem Arabischen gleichgestellt werden. In der neuen Verfassung sollen zudem die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen und der Schutz der Menschenrechte festgeschrieben werden.

Umsturz wie in Tunesien oder Ägypten soll verhindert werden

Mehr als 13 Millionen Stimmberechtigte waren zu den Urnen gerufen. Anders als bei Parlamentswahlen konnten auch die im Ausland lebenden Marokkaner abstimmen. Mit der politischen Reform will Marokko vermeiden, in den Sog der Umstürze in Tunesien und Ägypten zu geraten. Allerdings bleibt der 47-jährige Monarch auch nach der geplanten neuen Verfassung der wichtigste Machtfaktor in der marokkanischen Politik.

Die Protestbewegung rief deswegen zum Boykott auf. Dennoch plädieren alle im Parlament vertretenen Parteien – von den Sozialisten über die Nationalisten bis hin zu den gemässigten Islamisten – für die Reform. Es wird daher mit einer breiten Mehrheit gerechnet.

mrs/sda

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