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Kämpfe zwischen Schiiten und Sunniten im Jemen – viele Tote

In mehreren Städten haben Zehntausende Menschen gegen die Machtübernahme der Rebellen demonstriert. Die Spannungen zwischen den Gruppen haben die Angst vor einem Bürgerkrieg verstärkt.

Protestieren gegen die Huthi-Rebellen: Demonstranten in Taiz. (14. Februar 2015)
Protestieren gegen die Huthi-Rebellen: Demonstranten in Taiz. (14. Februar 2015)
Reuters

Bei Kämpfen zwischen schiitischen Huthi-Rebellen und mit al-Qaida-Islamisten verbündeten Sunniten-Stämmen im Jemen sind 26 Menschen getötet worden. Dabei handle es sich um 16 Huthi-Milizionäre und zehn sunnitische Kämpfer, teilten Vertreter der Sicherheitsbehörden mit.

In den Städten Ibb, Tais, Hodeida, Dhamar und der Hauptstadt Sanaa demonstrierten Zehntausende Menschen gegen die Machtübernahme der Rebellen. In Ibb setzten die Demonstranten ein Militärfahrzeug der Huthi-Rebellen in Brand, bevor sie vertrieben wurden.

Nach den USA, Grossbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien stellten auch die Botschaften Spaniens, der Niederlande und der Vereinigten Arabischen Emirate ihre Arbeit im Jemen wegen der prekären Sicherheitslage ein, wie die staatliche Nachrichtenagentur mitteilte. Nach Angaben aus Madrid wurden alle Spanier im Jemen kontaktiert und zur Ausreise aufgerufen.

Die Spannungen zwischen den muslimischen Religionsgruppen haben die Furcht vor dem Ausbruch eines Bürgerkriegs verstärkt.

«Tod Amerika»

Die Huthi-Miliz hatte vergangene Woche formell die Macht in der Hauptstadt übernommen, nachdem sie diese September erobert hatte. Die vom Iran unterstützte Gruppe hat eine Revolution ausgerufen, um nach eigenen Angaben das Land von der Korruption zu säubern und die Wirtschaft in Gang zu bringen.

Mit dem Spruch «Tod Amerika» hat sich ihr Anführer Abdel Malik al-Huthi auch gegen eine Einmischung des Westens in das verarmte Land gewandt.

In den südlichen und östlichen Teilen des Landes, die bislang nicht von den Huthi erobert wurden, bewaffnen sich inzwischen sunnitische Stammesmitglieder und verbünden sich zum Teil mit der radikal-islamischen al-Qaida.

Der Jemen zählt zu den ärmsten Ländern der Welt und ist Sitz der al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel, die als gefährlichster Ableger der Extremistenorganisation gilt.

SDA

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