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Kämpfe in Sirte werden intensiviert

Die Anhänger des Übergangsrates kämpfen in Sirte um zwei Stadtviertel. Bei den aktuellen Gefechten kamen bisher dreizehn der Soldaten ums Leben. Mahmoud Jibril befürchtet derweil eine Rückkehr Ghadhafis.

Die letzten Stellungen sind gefallen: Soldaten des Übergangsrats in Sirte. (19. Oktober 2011)
Die letzten Stellungen sind gefallen: Soldaten des Übergangsrats in Sirte. (19. Oktober 2011)
Keystone
Aus vollen Rohren: Ein Ghadhafi-Gegner feuert in Sirte ein Maschinengewehr ab. (18. Oktober 2011)
Aus vollen Rohren: Ein Ghadhafi-Gegner feuert in Sirte ein Maschinengewehr ab. (18. Oktober 2011)
Reuters
«Die Strategie in Bani Walid heisst abwarten», sagt ein Sprecher des Übergangsrat: Die Kämpfer hinter der Frontlinie füllen ihre Zeit mit Spässen. (10. September 2011)
«Die Strategie in Bani Walid heisst abwarten», sagt ein Sprecher des Übergangsrat: Die Kämpfer hinter der Frontlinie füllen ihre Zeit mit Spässen. (10. September 2011)
AP/Keystone
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In Libyen hat es weitere heftige Kämpfe in der Küstenstadt Sirte gegeben. Auf der Seite des Nationalen Übergangsrates gab es in der letzten Hochburg von Ex-Machthaber Muammar al-Ghadhafi zahlreiche Tote und mehr als hundert Verletzte. US-Aussenministerin Hillary Clinton sicherte der neuen libyschen Führung bei einem Überraschungsbesuch in Tripolis (siehe Bildstrecke links) die Unterstützung der USA zu.

Die Anhänger des Übergangsrates kämpfen in Sirte um zwei Stadtviertel, die sich noch in den Händen der Ghadhafi-Anhänger befinden. Hunderte Kämpfer waren an den Auseinandersetzungen beteiligt. Die Anhänger des Übergangsrates setzten schwere Geschütze ein. Heckenschützen der Ghadhafi-Treuen feuerten Salven aus Maschinengewehren. Einem Kämpfer des Übergangsrates zufolge wurden die betroffenen Stadtteile an drei Seiten abgeriegelt. Mindestens 13 Kämpfer des Übergangsrats kamen ums Leben.

Ghadhafi-Anhänger machen mobil

Der libysche Übergangsregierungschef Mahmud Jibril zeigte sich in einem Interview mit der Zeitung «Aschark el Awsat» überzeugt, dass Ghadhafi versuchen werde, die Macht zurückzuerlangen. Dies könne mit Hilfe des regionalen Tuareg-Stammes geschehen. Ghadhafi könne beispielsweise versuchen, die neue libysche Regierung zu destabilisieren oder einen eigenen Staat im Süden Libyens proklamieren. Ghadhafis Anhänger hätten bereits bis zu 15'000 Kämpfer aus der sudanesischen Region Darfur und vom Stamm El Raschaida mobilisiert.

100 Leichen in Spital

Die Truppen des libyschen Übergangsrates haben in einem Spital der von ihnen eroberten Widerstandshochburg Bani Walid rund 100 Leichen entdeckt. Bei den Getöteten handle es sich vermutlich um Kämpfer der Truppen des Übergangsrates, meldete die libysche Nachrichtenwebsite «Qurayna al-Jadida». Die Zustände in dem Krankenhaus, in dem es seit Tagen keinen Strom mehr gibt, seien schrecklich, hiess es weiter.

Ein Militärsprecher hatte am Montagabend gemeldet, Bani Walid sei «zu 95 Prozent befreit». Anhänger des verschwundenen früheren Machthabers Muammar al-Ghadhafi verschanzten sich nur noch in einzelnen Vierteln von Bani Walid und von Ghadhafis Heimatstadt Sirte.

Clinton in Tripolis

Clinton traf zu Gesprächen mit dem Übergangsrat in Tripolis ein. Es ist der erste US-Besuch auf Ministerebene seit 2008. Die USA seien stolz, an der Seite Libyens im Kampf um die Freiheit gestanden zu haben, sagte Clinton und sicherte die weitere Unterstützung der USA zu. Washington werde einen Demokratisierungsprozess unter Beachtung der Gesetze, der Rechte von Minderheiten und Frauen und einer freien Presse stützen. Zugleich forderte Clinton die Schaffung einer nationalen Armee und einer Polizei unter zivilem Kommando.

Die US-Zeitungen «New York Times» und «Washington Post» berichteten am Dienstag, dass die USA vor dem Beginn der Luftangriffe gegen die Ghadhafi-Regierung eine Cyber-Attacke gegen die libysche Luftabwehr planten. Ziel sei es gewesen, die militärische Kommunikation und Informationsbeschaffung zu stören, hiess es unter Berufung auf US-Regierungsbeamte und Ex-Militärbeamte. Das Vorhaben sei aber aus Zeitmangel aufgegeben worden und um keinen Präzendenzfall für andere Länder zu setzen.

Weitere Verletzte in Deutschland

In Deutschland trafen am Dienstag weitere 39 schwerverletzte Libyer an Bord einer Bundeswehrmaschine ein, um in verschiedenen Krankenhäusern medizinisch behandelt zu werden. Am Sonntag waren bereits fünf libysche Patienten zur Versorgung nach Hamburg gebracht worden.

AFP/kpn

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