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Jordanien lässt sich auf Gefangenenaustausch mit IS ein

Der Islamische Staat will eine inhaftierte Islamistin freipressen. Jordanien stimmt zu. Und Japan bangt um eine Geisel.

Hoffen auf die Rückkehr ihres Sohnes: Die Eltern des gefangen gehaltenen Piloten Maaz al-Kassasbeh in einem mit dessen Fotos plakatierten Auto. (27. Januar 2015)
Hoffen auf die Rückkehr ihres Sohnes: Die Eltern des gefangen gehaltenen Piloten Maaz al-Kassasbeh in einem mit dessen Fotos plakatierten Auto. (27. Januar 2015)
Keystone

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erpresst Japan und Jordanien mit zwei Geiseln – wohl mit einem Teilerfolg: Jordanien will eine im Land inhaftierte Islamistin freilassen, die für die IS von grosser Bedeutung ist. Derweil gab es eine neue IS-Drohung gegen Japan.

Jordanien ist bereit, eine inhaftierte Islamistin auf Wunsch der IS im Tausch für einen jordanischen Piloten freizulassen. Die Extremistin Sadschida al-Rischawi solle freikommen, sobald der IS bereit sei, einen als Geisel gehaltenen jordanischen Piloten zu entlassen, sagte der jordanische Informationsminister Mohammed al-Mumani im Staatsfernsehen. Keine Angaben machte al-Mumani über das weitere Schicksal einer japanischen Geisel in den Händen der Jihadisten.

Der IS hatte vor einer Woche mit der Tötung der beiden japanischen Geiseln Kenji Goto und Haruna Yukawa gedroht. Zunächst forderten die Jihadisten 200 Millionen US-Dollar Lösegeld, später verlangten sie die Freilassung Al-Rischawis.

Ultimatum bis Mittwoch

In einem am Wochenende veröffentlichten Video war dann die angebliche Tötung Yukawas bekanntgegeben worden, für Goto stellten sie später ein neues Ultimatum bis Mittwoch. Dabei drohten die IS-Kämpfer auch mit der Ermordung des jordanischen Piloten Maaz al-Kassasbeh.

Al-Kassasbeh war Mitte Dezember über dem nordsyrischen Al-Rakka abgestürzt und von den Jihadisten gefangen genommen worden. Er hatte im Auftrag der internationalen Koalition Angriffe auf Stellungen des IS geflogen.

Details nicht bekannt

Die Sicherheit al-Kassasbeh habe höchste Priorität, sagte Informationsminister Al-Mumani. Details wie Ablauf und Zeitpunkt des Gefangenenaustausch nannte er jedoch nicht. Der IS hatte ursprünglich Mittwochabend als Ultimatum für die Freilassung Al-Ridschawis genannt.

Die Irakerin war 2005 an einer schweren Anschlagserie in der jordanischen Hauptstadt Amman beteiligt. Für den IS hat sie grossen Wert: Sie soll mit einem der Topterroristen aus der Gründungszeit der Terrormiliz verwandt sein.

In einem Standbild eines vermeintlichen IS-Videos zeigt die japanische Geisel Kenji Goto ein Bild von al-Kassasbeh. (Quelle: Keystone)
In einem Standbild eines vermeintlichen IS-Videos zeigt die japanische Geisel Kenji Goto ein Bild von al-Kassasbeh. (Quelle: Keystone)

Derweil hat Japans Regierungschef Shinzo Abe neue Drohungen des IS zur zweiten Geisel als «verachtenswert» verurteilt. Abe zeigte sich zutiefst «empört». Seine Regierung stehe zusammen und tue alles dafür, um den verschleppten Japaner Kenji Goto zu befreien.

Der IS hatte zuvor mit der Tötung von Goto sowie des jordanischen Kampfpiloten binnen 24 Stunden gedroht. So lange habe Jordanien Zeit, die in dem Land inhaftierte irakische Extremistin freizulassen, hiess es in einem am Dienstag in islamistischen Internetportalen veröffentlichten Video. Darin war ein Bild des Japaners mit einem Bild des Jordaniers in den Händen zu sehen.

Regierungschef Abe sprach von einer «ernsten» Situation, in der sich Japan befinde. Die Regierung arbeite dabei auch mit Jordanien zusammen.

SDA/spu

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