Zum Hauptinhalt springen

«Israel wollte ein Exempel statuieren»

Die israelische Attacke auf den Schiffskonvoi im Mittelmeer stösst auf Unverständnis und Empörung. Der Journalist und Experte Erich Gysling äussert sich zu möglichen Entwicklungen im Nahen Osten.

Herr Gysling, Israel hat einen Schiffskonvoi mit Hilfsgütern für den Gaza-Streifen attackiert und viele Tote in Kauf genommen. War diese Aktion zu erwarten? Nein. Die Härte, mit der Israel vorgegangen ist, habe ich nicht erwartet. Ich hätte mir eher vorgestellt, dass Israel einen «cordon sanitaire» bildet, um den Schiffen, die notabene unbewaffnet waren, den Zugang zur Küste Gazas verwehren. Die Brutalität und das Blutvergiessen der israelischen Attacke sind absolut nicht nachvollziehbar. Das passierte in internationalem Gewässer. Es ist ein Verstoss gegen das Völkerrecht.

Was könnte der Grund für das Verhalten Israels sein? Israel wollte wohl ein Exempel statuieren. Es hat gezeigt, dass nur Israel bestimmt, wer Zugang zum Gaza-Streifen hat. Mit dem Angriff auf die Flotte mit Hilfsgütern hat Israel einen «faits accompli» geschaffen.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.