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Israel und die Hizbollah bekämpfen sich schwer

Die Hizbollah feuert eine Rakete auf das israelische Militär. Das schiesst zurück. Drei Soldaten sterben. Die libanesische Schiitenmiliz spricht von Vergeltung.

Raketenziel: Zwei brennende Fahrzeuge in der Nähe des Dorfes Ghajar an der israelisch-libanesischen Grenze.(28. Januar 2015)
Raketenziel: Zwei brennende Fahrzeuge in der Nähe des Dorfes Ghajar an der israelisch-libanesischen Grenze.(28. Januar 2015)
Reuters

Bei einem Angriff der schiitischen Hizbollah auf die israelische Armee im Grenzgebiet zwischen Israel und Libanon sind zwei Soldaten getötet worden. Sieben weitere wurden nach israelischen Militärangaben verletzt, als die Miliz mit Raketen und Granaten angriff. Die Armee Israels reagierte mit Artilleriebeschuss und Luftangriffen auf Ziele im Südlibanon. Auch ein dort stationierter UN-Soldat kam ums Leben, laut Diplomaten ein Spanier.

Israels Armeesprecher Peter Lerner erklärte, zunächst sei ein Militärkonvoi auf dem Weg zum Stützpunkt Har Dov mit Panzerabwehrraketen beschossen worden, «wobei Soldaten zu Schaden kamen». Rund eine Stunde später seien Aussenposten des Militärs im selben Gebiet und auch auf dem Hermon-Berg mit Mörsergranaten beschossen worden. Später teilte die Armee mit, dass zwei Insassen eines Militärfahrzeugs, das von einer Rakete getroffen wurde, gestorben seien. Von den sieben Verletzten schwebte nach Angaben des Armeeradios keiner in Lebensgefahr.

Umstände des Todes noch unklar

Der Sprecher der Interimstruppen der Vereinten Nationen im Libanon, Andrea Tenenti, bestätigte den Tod eines Unifil-Soldaten, ohne nähere Angaben zu machen. Nach Angaben der spanischen Botschaft in Beirut handelt es sich bei dem Toten um einen Spanier. Unklar blieb zunächst, wo und unter welchen Umständen der Blauhelmsoldat starb.

Die israelische Armee erklärte, sie habe mit Luftangriffen und Artilleriebeschuss reagiert. Brigadegeneral Moti Almos ergänzte: «Das war noch nicht unbedingt unsere letzte Antwort.» Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu drohte nach den Zwischenfällen, die Armee sei «an allen Fronten bereit, mit aller Kraft auf Angriffe zu reagieren». Im Grenzort Ghajar wurden beim gegenseitigen Beschuss auch drei Privathäuser getroffen und Menschen durch Splitter verletzt, wie Anwohner einem berichteten.

Hizbollah bekennt sich

Die Hizbollah-Bewegung erklärte in Beirut, sie habe die Angriffe auf die israelische Armee geplant und ausgeführt. Ihre Kämpfer hätten «im Gebiet der besetzten libanesischen Schebaa-Farmen einen israelischen Konvoi aus mehreren Fahrzeugen mit Raketen angegriffen», hiess es in einer Mitteilung des militärischen Arms der Hizbollah. Die islamistischen Palästinensergruppen Hamas und Islamischer Jihad lobten die Attacken der Hizbollah als «gerechtfertigt» und «heroisch».

Der schwere Zwischenfall ereignete sich in einem seit Jahrzehnten umstrittenen Grenzabschnitt. Das rund 25 Quadratkilometer grosse Gebiet am Westhang des Hermon-Bergmassivs wird seit 1967 von Israel kontrolliert, aber vom Libanon als sein Staatsgebiet beansprucht. In den oberen Lagen des militärstrategisch bedeutsamen Grenzstreifens unterhält die israelische Armee Aussenposten.

Angespannte Lage im Golan

Die Lage an den Nordgrenzen Israels ist seit zehn Tagen sehr angespannt, nachdem bei einem israelischen Luftangriff auf einen Militärkonvoi im syrisch kontrollierten Teil des Golan am 18. Januar sechs Hisbollah-Kämpfer und ein iranischer General getötet wurden. Schon am Dienstag waren zwei aus Syrien abgefeuerte Raketen im israelisch besetzten Teil der Golanhöhen eingeschlagen.

Israels Luftwaffe griff in der Nacht zum Mittwoch syrische Artilleriestellungen an. In der Provinz Kuneitra seien zwei Stellungen der 90. Brigade der syrischen Regierungstruppen bombardiert worden, erklärte der Chef der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman.

AFP/thu

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