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Israel erhält Spion gegen 25 ägyptische Gefangene

Israel macht erneut mit einem Gefangenentausch auf sich aufmerksam: Ägypten übergab heute den mutmasslichen Spion Ilan Grapel und erhielt dafür 25 Gefangene – die meisten davon Schmuggler.

Wieder zurück in Israel: Ilan Grapel (mitte). (26. Oktober 2011)
Wieder zurück in Israel: Ilan Grapel (mitte). (26. Oktober 2011)
Keystone

Israel hat heute 25 ägyptische Gefangene im Austausch für den wegen Spionageverdachts in Ägypten inhaftierten US-Israeli Ilan Grapel freigelassen. Die Häftlinge passierten am späten Nachmittag den Kontrollposten Taba an der israelisch-ägyptischen Grenze, wie eine israelische Justizbeamtin sagte.

Der 27-jährige Grapel landete dem israelischen Fernsehen zufolge kurz darauf auf dem Flughafen von Tel Aviv. Die 25 ägyptischen Häftlinge waren am morgen in der Haftanstalt von Beerscheba in Südisrael für den Transport versammelt worden. In drei Minibussen wurden sie zum Grenzübergang Taba im Sinai gebracht, wo sie identifiziert wurden, wie der israelische öffentliche Rundfunk berichtete. Sie wurden von einem Empfangskomitee mit Blumen und der ägyptischen Flagge empfangen. Anschliessend war ein Empfang in einem Hotel geplant, an dem auch ranghohe ägyptische Behördenvertreter teilnehmen sollten.

Drogen- und Waffenhändler

Bei den ägyptischen Gefangenen handelt es sich um Kriminelle, die wegen Drogen- und Waffenhandel oder wegen illegalen Grenzübertritts nach Israel verurteilt worden waren. Unter ihnen waren nach Angaben der israelischen Justiz auch drei Minderjährige, die illegal nach Israel eingereist waren. Der Oberste Gerichtshof Israels hatte den Gefangenenaustausch mit Ägypten zuvor genehmigt.

Das ägyptische Staatsfernsehen hatte zunächst berichtet, dass Grapel ebenfalls nach Taba gebracht worden sei. Nach einer medizinischen Untersuchung sei er von dort nach Tel Aviv geflogen worden. Ein israelischer Beamter dementierte dies und erklärte, der 27-Jährige sei von Kairo aus nach Tel Aviv geflogen worden. Israelischen Medienberichten zufolge sollte Grapel anschliessend nach Jerusalem gebracht werden, wo er von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu empfangen werde. Am Freitag wolle Grapel weiter nach New York reisen.

Israel: Nicht schuldig

Grapel war am 12. Juni in Ägypten festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, ein Agent des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad zu sein und versucht zu haben, in Ägypten einen Aufstand anzuzetteln. Er soll zu Beginn des Volksaufstandes, der zum Sturz des langjährigen ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak führte, in das Land eingereist sein, um dort «Chaos» zu stiften und «konfessionelle Auseinandersetzungen» zu provozieren. Zudem habe er als Mossad-Agent den «wirtschaftlichen und politischen Interessen Ägyptens schaden» wollen. Israel wies die Anschuldigungen zurück.

Erst in der vergangenen Woche war der israelische Soldat Gilad Shalit nach mehr als fünf Jahren Gefangenschaft in den Händen der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas freigekommen. Im Gegenzug für Shalit stimmte Israel der Freilassung von insgesamt 1027 palästinensischen Gefangenen zu.

SDA/mrs

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