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Islamistengruppe kündigt neue Angriffe an

Die Extremisten, die für den Angriff auf eine algerische Gasanlage verantwortlich sind, drohen dem Westen: Sie planen nach eigenen Angaben weitere Anschläge in Ländern, die am Mali-Einsatz beteiligt sind.

Mission dauert an: Französische Soldaten in Gao, Mali. (25. Februar 2013)
Mission dauert an: Französische Soldaten in Gao, Mali. (25. Februar 2013)
AFP
Immer wieder kommt es zu Gefechten: Ein Mann weint, dessen Verwandter durch ein verirrtes Geschoss ums Leben kam bei einem Schusswechsel zwischen Truppen und Rebellen in Gao. (11. Februar 2013)
Immer wieder kommt es zu Gefechten: Ein Mann weint, dessen Verwandter durch ein verirrtes Geschoss ums Leben kam bei einem Schusswechsel zwischen Truppen und Rebellen in Gao. (11. Februar 2013)
AFP
Am 22. März 2012 putschen Soldaten den Präsidenten Amadou Toumani Touré aus dem Amt: Touré am Gipfel der Frankophonie in Montreux. (Archivfoto)
Am 22. März 2012 putschen Soldaten den Präsidenten Amadou Toumani Touré aus dem Amt: Touré am Gipfel der Frankophonie in Montreux. (Archivfoto)
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Nach der Geiselnahme in einer Gasanlage in Algerien hat die verantwortliche Islamistengruppe mit weiteren Angriffen gedroht. «Wir versprechen weitere Einsätze in allen Ländern, die an dem Kreuzzug gegen Azawad (den Norden Malis) teilgenommen haben, wenn sie ihre Entscheidung nicht überdenken», hiess es in einer Erklärung der Gruppe Al-Mulathamin («Die mit Blut unterzeichnen»), die die mauretanische Nachrichtenagentur ANI veröffentlichte.

Die Gruppe forderte ihre «muslimischen Brüder» auf, sich zu ihrem eigenen Schutz von Anlagen fernzuhalten, die von ausländischen Unternehmen betrieben würden. Die Gruppe schrieb in ihrer Erklärung, dass sie versucht habe, mit der algerischen Armee zu verhandeln. Sie forderte unter anderem den Stopp des französischen Militäreinsatzes gegen Islamisten in Mali sowie die Freilassung von Gesinnungsgenossen.

Statt zu verhandeln habe die algerische Armee aber den Angriff bevorzugt, der zu der «Eliminierung der Geiseln» geführt habe. Bei der blutigen Beendigung des mehrtägigen Geiseldramas wurden dutzende Menschen getötet. Zeitweise hatten die Islamisten auf dem Gelände bei In Aménas nahe der libyschen Grenze hunderte Geiseln festgehalten.

Krieg könnte 500 Millionen Dollar kosten

Die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas hat zudem die Kosten für ihren Einsatz gegen Islamisten in Mali beziffert: Sie geht von Ausgaben in der Höhe von 500 Millionen US-Dollar aus. Dabei handle es sich um eine «erste Schätzung», sagte Ecowas-Kommissionspräsident Désiré Kadré Ouédraogo dem ivorischen Fernsehsender RTI.

Dies könne sich je nach den «Gegebenheiten vor Ort» noch ändern. Bislang waren die Kosten für die Internationale Unterstützungsmission für Mali (Misma) auf 150 bis 200 Millionen Euro geschätzt worden. Die Europäische Union will sich mit 50 Millionen Euro daran beteiligen.

Ecowas soll Frankreich ablösen

Ouédraogo forderte die internationale Gemeinschaft zur Unterstützung auf. Am 29. Januar findet eine Geberkonferenz in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba statt. Die Eingreiftruppe der Ecowas soll Frankreich ablösen, das am 11. Januar militärisch in Mali eingegriffen hatte.

Paris wollte damit verhindern, dass islamistische Milizen aus dem von ihnen kontrollierten Norden des Landes weiter nach Süden vordringen. Bis zum Wochenende wurden 2000 französische Soldaten in das westafrikanische Land gebracht, ihre Zahl soll rasch weiter auf 2500 steigen.

Die Misma läuft nur schleppend an. Eigentlich sollte sie bis zum 26. Januar schon 2000 Soldaten vor Ort haben. Bis Sonntag waren es aber erst 150. Langfristig soll die Eingreiftruppe 5800 Mann stark sein.

sda/AFP/chk

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